Auch Illschwang hat eine GroKo

Auf ein gelungenes Bockbierfest stießen (von links) Bürgermeister Dieter Dehling, Bruder Barnabas, Sportheimwirtin Ulrike Heldrich, der Vorsitzende des Sportvereins, Thomas Dirler, und 2. Bürgermeister Benjamin Hiltl an.
Lokales
Illschwang
18.03.2015
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Was bewegt die Menschen im Kirchdorf Illschwang? Wo ist der Nährboden für das oft auch irrationale Handeln der Bevölkerung im Bergland des Jura zu finden? Die Wahrheit liegt ausnahmsweise nicht im Wein, sondern im Bock.

Süffiges Starkbier und gute Unterhaltung bot der Sportverein Illschwang seinen Gästen. Vorsitzender Thomas Dirler freute sich über ein volles Haus. Die Birgl-Musi sorgte für die passenden Klänge und die Sportheimküche für eine feste Grundlage für den Bock. Beim Fingerhakeln ließ sich Markus Baldauf von Erwin Herbst nicht über den Tisch ziehen und gewann souverän den Wettbewerb.

Leerstehende Wirtshäuser

Mit den eingangs erwähnten Kernfragen des gesellschaftlichen Lebens befasste sich Bruder Barnabas (Hobbo Royer) in seiner Starkbierrede. Er sprach darin die Nutzung leerstehender Wirtshäuser auf dem Land an.

Die Idee, die Generationen unter einem Dach für verschiedene Aktivitäten zusammenzubringen, habe sogar die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen begeistert. Bruder Barnabas wertete das Projekt als Versuch, auch die Gastronomie anzukurbeln. Umso mehr bedauerte er es, dass gewisse Turbulenzen zum Aus der Einrichtung geführt hätten.

In der Ortschaft Hackern hinkt der digitale Datentransport dem schnellen Flug der Brieftauben deutlich hinterher. Barnabas riet dem Bürgermeister zu einem längeren DSL-Kabel, das alle Dörfer erreicht: "Und er muss aufpassen, dass keiner auf der Leitung steht."

Kinderbuchautor Erich Kästner stand Pate für das "Doppelte Bürgermeister-Lottchen", das sich nach der Kommunalwahl in Illschwang fand. "Didi und Benny gehen gemeinsam buchstäblich durch dick und dünn", stellte der Prediger fest. Das Zweigestirn verkörpere eine Art GroKo zwischen CSU und Unabhängiger Wählergemeinschaft.

Die gute Aufgabenverteilung verschaffte dem Gemeindeoberhaupt genügend Freiraum, um einen Lehrgang zum Standesbeamten zu belegen. Vielleicht bilde das den Grundstein für sein persönliches Einlaufen in den Hafen der Ehe. Beim jüngsten Besuch von Ilse Aigner in Sulzbach-Rosenberg habe "DD" mit ihr in vertrauten Gesprächen etwas angebandelt. Vom Parteibuch her würde es ja passen, mutmaßte Bruder Barnabas. Er griff auch die Einweihung des Simultankirchenradwegs am 8. Mai auf. Der evangelische Landesbischof Bedford-Strohm wollte da gerne mit Landrat Richard Reisinger und Bürgermeister Dieter Dehling mit dem Rad von Sulzbach-Rosenberg nach Illschwang radeln. Beide hätten wegen Trainingsrückstands abgelehnt. "Vielleicht", hoffte der Redner, "lassen sie sich zu einer Bergabfahrt von der Gaisloh hinunter zur Vitus-Kirche überreden."

Stoff lieferte auch ein Lapsus des Illschwanger Lokalberichterstatters bei der Vorstellung des neuen Fußballtrainers. Auf der Suche nach den Hawa-Brüdern erwischte er Matze Schlegl, einen langjährigen Spieler der SVI-Reserve. Wie vom Donner gerührt reagierte dieser nach dem Erscheinen des Zeitungsbilds auf die Interviewwünsche an seine Person.

Das Fass am Pegnitzgrund

Der tatsächliche Trainer setzte derweil zur besseren Teamfindung eine Kanutour auf der Pegnitz an. Just an jenem Wochenende feierte Artelshofen Kirwa. Ein 50-Liter-Fass Bier, zur Kühlung am Fluss deponiert, zog die vorbeipaddelnden Kicker magisch an. Der Versuch, es an Bord zu holen, scheiterte, und sie mussten zusehen, wie es unterging. "Die Illschwanger blieben unerkannt. Die Artelshofener organisierten eine Tauchergruppe, aber leider vergebens", wusste Barnabas zum Ausgang zu berichten.
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