Bei den Paten voll reingekniet

Paten
Lokales
Illschwang
19.10.2014
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Echte Freundschaft muss auch mal etwas aushalten. Das Knien auf einem "Knittel" Hartholz zum Beispiel. Die Illschwanger Feuerwehr-Abordnung zeigte sich in Ammerthal hart im Nehmen und stand das Patenbitten-Prozedere unbeschadet durch.

Den 175-jährigen Geburtstag feiern die Feuerwehr Illschwang und der SV Illschwang vom 7. bis 11.Mai 2015 mit einem fünftägigen Fest. Die Stützpunktfeuerwehr kann auf ihr 125-jähriges Bestehen zurückblicken, der SVI, als größter Verein in der Gemeinde, wird 50 Jahre alt. Einer der ersten großen Höhepunkte hin auf diese Festtage war am Freitagabend das Patenbitten der Feuerwehr Illschwang bei ihren Nachbarn in Ammerthal. Zwischen beiden Wehren gibt es schon eine über 25-jährige freundschaftliche Verbindung. Schon beim 100-jährigen Gründungsjubiläum hatten die Ammerthaler die Patenschaft übernommen.

Vom Dorfplatz aus

Ausgangspunkt der Zeremonie war der Dorfplatz. Von dort setzte sich, angeführt von der dortigen Blaskapelle, ein Zug zum Feuerwehrhaus in Bewegung. Mit dabei war auch der SV Illschwang mit einer starken Abordnung. Nicht gut meinte es Petrus mit Feuerwehrlern und Sportlern. Regenschauer ließen das Ganze zu einer ungemütlichen Angelegenheit werden.

Vor dem Feuerwehrhaus begrüßte der 1. Vorsitzende der Feuerwehr Ammerthal, Günter Koller, die Gäste aus Illschwang. Er freute sich, dass der Brauch des Patenbittens sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. Gleichzeitig dankte er dafür von den Illschwangern ausgewählt worden zu sein, dieses Amt zu übernehmen.

Auf einem kantigen Stück Hartholz knieend trugen der 1. Kommandant Herbert Vinzens, der 1. Kommandant Stefan Lippold, sowie die Festdame Verena Englhard ihr Anliegen vor. In gereimten Versen brachten sie ihre Bitte zum Ausdruck. Sie äußerten die Hoffnung, dass die Ammerthaler an den Festtagen zahlreich in Illschwang vertreten sind. Die drei waren auch nicht mit leeren Händen gekommen. Im geschmückten Leiterwagen wurde ein Fass Bier transportiert, das an diesem Abend ausgeschenkt wurde. Auch die deftige Brotzeit spendierte der Bittsteller.

Gerne erteilte danach Vorstand Koller die Zusage, die Patenschaft zu übernehmen. In Anbetracht der äußeren Umstände, wünschte er, dass Petrus den Jubilaren reichlich sein Lächeln zuwende und zum Fest Sonnenschein sende.

Die 1. Bürgermeisterin der Gemeinde Ammerthal, Alexandra Sitter-Czarnek, veranschaulichte in ihrem Grußwort die Aufgaben eines Paten, der gerne seine Hilfe und Unterstützung anbietet. Sie freute sich auch darüber, dass dadurch die freundschaftlichen Verbindungen zwischen beiden Gemeinden noch weiter vertieft werden. Das Gemeindeoberhaupt freue sich schon auf das Fest im Mai.

Ihr Amtskollege, Illschwangs 1.Bürgermeister Dieter Dehling, sprach von einer "inzwischen generationenübergreifenden, engen Zusammenarbeit der Kommunen". Der 175-jährige Geburtstag, den Feuerwehr und SVI im kommenden Jahr, gemeinsam feiern, sei für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Er ist überzeugt, dass es tolle Festtage werden.

Zur Zeremonie des Patenbittens gehörte auch das Zusammenkuppeln von Schläuchen durch die Vorstände und Kommandanten der beiden Wehren. Damit wurde verdeutlicht, dass auch beim praktischen Feuerwehrdienst gute Harmonie besteht. Ebenfalls symbolischen Charakter hatte der Bildung eines Kreises, wobei die Führungskräfte der Feuerwehren, wie auch der 1.Vorsitzende des SV Illschwang Thomas Dirler, durch eine Fangleine, die mit einem Mastwurf an jeder Hand befestigt war, miteinander verbunden waren.

Gemeinsam angestoßen

Den offiziellen Teil des Patenbittens bildete die gemeinsam gesungene Bayernhymne. 1. Bürgermeister Dieter Dehling zapfte das mitgebrachte Fass Bier an und gemeinsam wurde auf ein gelungenes Fest angestoßen. Beim gemütlichen Teil hatte sich die Feuerwehr Illschwang noch etwas Besonderes einfallen lassen. Neun Mitglieder traten als "Altneieider" (Altneuöder) Feuerwehrkapelln auf. In Anlehnung an ihre berühmten Vorbilder nahmen sie prägende Figuren sowie örtliches Lokalgeschehen aus beiden Gemeinden auf die Schippe.
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