In Stoibers Fußstapfen

Viel Beifall erntete Marcel Huber vom Publikum im gut gefüllten Festzelt für knackige politische Aussagen.
Lokales
Illschwang
12.05.2015
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Für Harald Schwartz ist Marcel Huber, der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, "die rechte Hand des Ministerpräsidenten" und seine "Allzweckwaffe, die immer zuständig ist, wenn es brennt". Aus dem Mann könne noch etwas werden.

Das machte Schwartz beim politischen Abend des Illschwanger Feuerwehrfestes dann aber nicht an den Münchner Funktionen des ehemaligen Ampfinger Feuerwehrkommandanten fest, sondern an der Liste der Festredner, die im Landkreis zu Gast waren: Angela Merkel, Edmund Stoiber, Helmut Kohl. Die hätten es in der Politik alle zu was gebracht.

Huber begann seine Rede nachdenklich. Viele Erinnerungstage rund um das Kriegsende habe es zuletzt gegeben, aber vor allem solle man sich im Klaren sein, dass es seither 70 Jahre Frieden in Deutschland gebe. Mit Sorge habe er auf den riesigen Waffenaufmarsch in Moskau geschaut, alles nicht weit entfernt von der Ostgrenze der Nato und der EU.

In Bayern sei die Welt noch in Ordnung, sagte Huber, "auch wenn Rot-Grün weiß, was besser zu machen ist. Aber dann sollen sie es dort verwirklichen, wo sie an der Regierung sind. NRW muss täglich 10 Millionen Euro an Zinsen aufbringen, und dabei ist noch kein Cent Schulden zurückgezahlt." Bayern leiste sich den zehnten Haushalt in Folge ohne Neuverschuldung und investiere lieber in Straßen und Schulen.

Bayern sei das sicherste Bundesland, wo sich seit 30 Jahren die wichtigsten Politiker der Welt treffen. Hier dürfe auch friedlich demonstriert werden - ohne zerbrochene Fensterscheiben. Es sei ein Armutszeugnis für den Berliner Innensenator, wenn er von friedlichen Demonstrationen spreche, weil es "nur" 130 verletzte Polizisten geben habe. Für die Wirtschaft sei der Breitbandausbau dringend notwendig, betonte Huber. Bundesweit würden zwei Milliarden Euro in den Ausbau investiert, davon 1,5 Milliarden alleine in Bayern.

Kein Fracking

Bayerns Wasser sei das sauberste in Deutschland; Trinkwasser genauso wie das Wasser in Seen und Flüssen, wo Badewasserqualität herrsche. "In Rom, London oder Paris kann man am Wasser braun werden, aber nicht wegen der Sonne." Bayern lasse sich durch Fracking sein Wasser nicht verseuchen. Eine Herausforderung für die nahe Zukunft sei das Gelingen der Energiewende, wobei man bei Wind- oder Wasserkraft und Biogas nicht übertreiben dürfe, auch nicht beim Wildwuchs mit Stromtrassen.

Zum Flüchtlingsthema meinte Huber, aktuell seien weltweit 50 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg oder Verfolgung. "Wir sind verpflichtet, diese Menschen aufzunehmen, doch gilt Asyl nur für Verfolgte, nicht für die, die in unseren Arbeitsmarkt drängen." In den ersten vier Monaten dieses Jahres seien bereits 126 000 Flüchtlinge aus Afrika gezählt worden, Ende des Jahres könnten es 500 000 sein, da käme einiges auf die Kommunen zu, was die kaum schultern könnten. Es könne nicht sein, dass von den 28 EU-Ländern fünf etwa 75 Prozent der Flüchtlinge aufnehmen, Deutschland alleine 32 Prozent. "Aber wenn es um die Verteilung von Geldern geht, wollen alle EU-Länder gleichmäßig bedacht werden." Schleuser seien Verbrecher im großen Stil und verdienten mehr als Drogenhändler, wetterte Huber.

Selbst Jubiläum organisiert

Bayern werde seine Aufgaben schon meistern, war sich Huber sicher: "Hier halten wir zusammen, hier haben wir 320 000 Feuerwehrler, 25 pro 1000 Einwohner." Bei den Verantwortlichen für das Jubiläum bedankte sich Huber, denn er wisse aus eigener Erfahrung, was da an Arbeit anfalle. Dank gelte auch den Familienangehörigen, die ihre Männer ausrücken lassen, sei es zu einem Brand, zu einem Unfall oder nur zum Üben.
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