Tanzen, bis die Röcke fliegen

Zu den Klängen der Kirchenreinbacher Spitzboum tanzten 13 Paare den stattlichen Kirwabaum aus. Bild: no
Lokales
Illschwang
08.06.2015
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Nadine Schöner aus Neuöd und Martin Luber aus Sulzbach-Rosenberg sind das Oberkirwapaar in Illschwang. Als der Wecker rasselte, hatten die beiden den Blumenstrauß in der Hand. Was danach folgte, war Tradition.

Nadine Schöner tanzte heuer bei der Vitus-Kirwa bereits zum fünften Mal den Baum mit aus. Ihr Partner war bei der Großenfalzer Kirwa schon zwei Mal dabei. Gemeinsam haben sie in Illschwang noch nicht miteinander ausgetanzt.

Das Spanferkelessen

Das Oberkirwamoidl ist als Verwaltungsangestellte im Kassenbereich beim Landratsamt Amberg-Sulzbach tätig. Ihr erster Gedanke galt dem Spanferkelessen, zubereitet von Reinhard Kohl, das das jeweilige Oberkirwapaar immer am Freitag vor dem Kirwawochenende im nächsten Jahr spendieren muss.

Gelernter Landwirt

Martin Luber ist gelernter Landwirt. Er bildete sich zum Besamungstechniker weiter und ist beim Rinderzuchtverband Schwandorf beschäftigt. Auch er dachte an die Vituskirwa 2016, wenn er mit Nadine als erstes Paar beim Austanzen, unter Musikbegleitung, das Podium betreten darf.

Vor allem die Kirwaburschen machten es Nadine nicht leicht, den Trachtenhut und den Bierkrug für ihren Oberkirwabou vom Baum zu holen. Auf der Leiter liegend wurde das Oberkirwamoidl eine Zeitlang auf dem Podium um den Baum herumgetragen, ehe es die Sachen herunterholen konnte.

Der Sonntag hatte für die 13 Kirwapaare, nach teilweise kurzer Nacht, mit dem Besuch des Festgottesdienstes in der Simultankirche begonnen. Pfarrer Markus Priwratzky erinnerte an den Heiligen Vitus, der als Kämpfer für den Glauben auf grausame Weise den Märtyrertod erleiden musste.

Danach ging es in vier Gruppen mit Musikbegleitung zum Köichl-Singen. Dabei zeigte sich, dass die Köichln bei weitem die mitgebrachten Körbe nicht füllen konnten, weil immer weniger davon zur Kirwa gebacken werden. Um den Paaren Gutes zu tun, bewirteten viele die Boum und Moidln mit alkoholischen Getränken. Auswirkungen waren nach fast fünf Stunden Singen bei manchen nicht zu übersehen.

Fröhliche Kirwalieder

Die Moila trafen sich danach, bestens gelaunt, auf dem neu gestalteten Dorfplatz und sangen fröhlich Kirwalieder. Bis alle Boum dort eingetroffen waren, mussten sie viel Kreativität und Einfallsreichtum entwickeln. Leicht verspätet ging es dann im gemeinsamen Zug, angeführt von den Kirchenreinbacher Spitzboum, zum Baumaustanzen zum Festplatz.

Dort wurden sie von vielen Besuchern sehnsüchtig erwartet. Nach rund einer halben Stunde stand dann das neue Oberkirwapaar fest.
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