1975 eröffnete das Freibad in Illschwang
Illschwang feiert sein Freibad

Mit viel Grün ist das Illschwanger Freibad optimal in die Landschaft eingepasst. Das Grunderscheinungsbild hat sich weitgehend erhalten. Bild: no
Politik
Illschwang
27.06.2015
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1969 träumten die Bürger in Illschwang davon, nicht mehr woanders hinfahren zu müssen, wenn sie mal eine Runde schwimmen möchten. Da traf es sich gut, dass es damals einen Bäderlandrat gab, der ihnen gerne weiterhalf.

Die Einweihung des beheizten Freibads in Illschwang stellte am 19. Juli 1975 einen wichtigen Meilenstein für die Fortentwicklung der Gemeinde und die Förderung des Fremdenverkehrs dar. Das 40-jährige Bestehen wird am Samstag, 4. Juli, mit einem großen Badfest gebührend gefeiert. Höhepunkt ist ab 20 Uhr eine Open-Air-Veranstaltung mit den Satellites und eine Feuershow um Mitternacht. Nachmittags laufen ab 14 Uhr sportliche Aktivitäten im nassen Element und ein Kinderprogramm.

Aus einer Bürgerversammlung kam im Januar 1969 die Idee, dass die Gemeinde Illschwang einen Antrag zum Bau eines Freibads stellen sollte. Der Gemeinderat tat das einstimmig.

Grund aus Kirchenbesitz

In Verhandlungen mit der katholischen Kirche gelang es, ein geeignetes Grundstück am nördlichen Ortsrand mit Südhanglage zu bekommen. Auch die evangelische Kirche, der Flächen im Bereich des späteren Parkplatzes gehörten, und private Grundstücksbesitzer zeigten sich aufgeschlossen. Im Oktober 1969 beauftragte der Gemeinderat Architekt Franz-Xaver Steinkirchner mit den detaillierten Planungen.

Landrat Dr. Hans Raß und der bayerische Finanzminister Dr. Otto Schedl unterstützten das Vorhaben. Etwa zur gleichen Zeit entstanden auch in Weißenberg, Hirschbach und Kastl Bäder. Raß ging deshalb als sogenannter Bäderlandrat in die Annalen ein.

In Illschwang entstand eine Anlage mit einem Schwimmerbecken (33 auf 15 Meter) samt Sprungbrett, einem Nichtschwimmerbecken in ähnlicher Größe, einem Kinderplanschbecken und einer Wärmehalle mit Ausschwimmkanal. Zum Erwärmen des Wassers entschied sich der Gemeinderat mit dem damaligen Bürgermeister Karl Burger für eine Luft- Wärmepumpe.

Erstes Probeschwimmen

Um sich Anregungen zu holen, unternahmen die Verantwortlichen einige Badbesichtigungsfahrten. Die Vorplanungen und Genehmigungen waren im Juni 1972 so weit abgeschlossen, dass die Baufirma Thomas mit den Erdarbeiten beginnen konnte. Im August 1973 nutzte ein Großteil der Dorfjugend die Beckendichtungsprobe als Chance, die ersten Runden im zukünftigen Freibad zurückzulegen. Richtfest wurde Ende November 1973 gefeiert.

Die Hochbauarbeiten erforderten einige Zeit, weil sie stark vom Wetter abhingen. Zum Jahresende 1974 war dann alles weitgehend fertiggestellt. Der Öffnung des Freibads zur Saison 1975 stand nichts mehr im Wege. Im Juli erfolgte die offizielle Einweihung.

Die Gesamtkosten lagen in der Endabrechnung bei ca. 1,8 Millionen DM. Die wesentliche Förderung kam aus Mitteln zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur.

Flachdach bereitete Sorgen

Als Problem erwies sich nach einigen Jahren das Flachdach der Hochbauten. Es wurde an etlichen Stellen undicht. Der Gemeinderat beschloss, es durch ein Satteldach mit Pfanneneindeckung zu ersetzen. Das geschah 1987 und 1988.

2013/14 erfolgte der Anschluss des Freibads an die Hackschnitzelheizung der Schule, die noch Kapazitäten frei hatte. Die Leistung der Luft-Wärmepumpe hatte vorher spürbar nachgelassen.

1974 gründete sich eine Ortsgruppe der Wasserwacht im Bayerischen Roten Kreuz. Die Mitglieder unterstützten den Bademeister bei der Aufsicht, boten Schwimmkurse an und organisierten, vor allem in der Anfangszeit, einige Badfeste. In den vergangenen 40 Jahren waren Günther Geismann, Peter Falk, Dieter Meier, Walter Tormann, Dieter Tormann und aktuell Stefan Behringer als Bademeister tätig.
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