Diskussion im Gemeinderat Illschwang
Wettrüsten oder Notwendigkeit?

Die Feuerwehr Augsberg stellte im Gemeinderat einen Antrag auf Neubau des in die Jahre gekommenen Gerätehauses in Ritzenfeld. Bild: no
Politik
Illschwang
18.11.2016
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Die Feuerwehr Augsberg möchte ein neues Feuerwehrgerätehaus in Ritzenfeld bauen. Es soll an der gleichen Stelle wie das bisher in die Jahre gekommene Gebäude entstehen.

Dietersberg. Bei der Gemeinderatssitzung wurde ein entsprechender Antrag behandelt und intensiv diskutiert. Die Räte fassten den Beschluss, zunächst Fachgespräche mit Kreisbrandrat Fredi Weiß sowie der Regierung der Oberpfalz zu führen und dann erst eine endgültige Entscheidung zu treffen.

Schimmelige Anzüge


In dem Antrag weist die Wehr darauf hin, dass es bereits vor vier Jahren Probleme mit verschimmelten Feuerwehrschutzanzügen im Gerätehaus gegeben hatte. Die Ursache lag darin, dass die nassen Anzüge nach Einsätzen in der unbeheizten Fahrzeughalle nicht richtig trocknen konnten. Es kam so zu Stockflecken und teilweise Schimmelbefall.

In den vergangenen Jahren seien daraufhin verschiedene Maßnahmen in Eigenregie unternommen worden, um die Situation zu verbessern. Von einem angedachten beheizten Anbau sei von Kreisbrandrat Weiß abgeraten worden. Nach dessen Ansicht sollten bei einer Baumaßnahme Toiletten, Waschgelegenheiten und ein Aufenthaltsraum Berücksichtigung finden.

Plan liegt vor


Im Antrag wurden auch Fakten angeführt, die für einen Neubau sprechen: Sanierung des bestehenden Hauses unwirtschaftlich, Stellplatz und Torbreite entsprechen nicht den Richtlinien und Unfallverhütungsvorschriften, Beteiligung der Wehr an den Herstellungskosten, verbunden mit einer freiwilligen Arbeitsleistung, sowie ein zu erwartender Staatszuschuss.

Ergänzend merkte der Kommandant der Augsberger Feuerwehr und gleichzeitiger Gemeinderat Heinz Pickel an, dass verschiedene, vergleichbare Feuerwehrhäuser in den letzten Monaten angeschaut wurden. Dem Gremium lag ein Planentwurf vor, wobei die Fahrzeughalle eine Größe von 55 und der Aufenthaltsraum eine Größe von 35 Quadratmeter hat. Hinzu kommen noch Toiletten und ein Abstellraum. Die veranschlagten Kosten belaufen sich auf rund 175 000 Euro. Gerald Habermehl äußerte sich kritisch zum geplanten Vorhaben. Er sah ein generelles Wettrüsten der Feuerwehren. Für den theoretischen Unterricht könnte der Unterrichtsraum der Feuerwehr Illschwang genutzt werden. Er bezweifelte auch, dass durch einen Neubau die Zahl der Aktiven steigt. Gegenwärtig gebe es kaum Nachwuchs, merkte Habermehl weiter an. Die Gemeinde müsse mit Kosten von rund 100 000 Euro rechnen, die für eine anstehende Sanierung des Freibads besser angebracht werden.

Deutlich anderer Meinung war der 2. Bürgermeister und stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Angfeld, Benjamin Hiltl. Seiner Meinung nach wäre es ein falsches Signal, wenn der Gemeinderat die Zustimmung zu dem Antrag verweigern würde. Es sei positiv zu bewerten, dass sich die Augsberger Gedanken darüber machen, mit welchen Rahmenbedingungen es in Zukunft weitergehen soll. "Kleine Feuerwehren sind auch in Zukunft wichtig für die Gemeinde", merkte Hiltl an. Man dürfe die Wehr nicht hängen lassen. Ein Aufenthaltsraum könne auch noch für andere Zwecke, als nur dem theoretischen Unterricht für die Aktiven genutzt werden. Im Gegensatz zu Habermehl sah er kein Wettrüsten.

Fakten auf den Tisch


Hans Pirner sprach sich dafür aus, dass erst genaue Fakten auf den Tisch müssen, ehe man endgültig entscheide. Henner Wasmuth wies auf den Brandschutz als Pflichtaufgabe der Gemeinde hin. Er zeigte Verständnis für den Antrag der Feuerwehr Augsberg. Fehlende Waschgelegenheiten für die Aktiven seien nicht mehr zumutbar. Wasmuth wies darauf hin, dass in den nächsten Jahren durchaus Zuwachs an neuen Kräften zu erwarten ist.

Richard Koller betonte, er habe "Bauchschmerzen" bezüglich der Entscheidung über einen Neubau. Thomas Dirler setzte sich dafür ein, kleinere Wehren auch in Zukunft vonseiten der Gemeinde zu unterstützen. Durch einen Neubau könnte die Wehr als Verein gestärkt werden. So sei sie ein gesellschaftlicher Stützpfeiler in der früheren Altgemeinde.

Gespräche führen


Die Räte folgten schließlich einstimmig dem Vorschlag des Bürgermeisters Dieter Dehling, zeitnah noch weitere Gespräche mit dem Kreisbrandrat und der Regierung der Oberpfalz zu führen.
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