Gemeinde wartet auf Entscheidung in Sachen Pferdepension
Im Landratsamt Druck machen

Politik
Illschwang
23.07.2016
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Normalerweise beschäftigen sich Kommunalpolitiker gern mit Bauanträgen. Sie lassen darauf hoffen, dass es vor Ort aufwärts geht. Anders am Mittwoch im Illschwanger Gemeinderat: Ihm stießen zwei Vorlagen für Bauprojekte sauer auf.

Dietersberg. In seiner Juni-Sitzung hatte das Gremium einstimmig entschieden, die aktuelle Bauleitplanung für die Pferdepension Bauer in Aichazandt zu stoppen und beim Landratsamt darauf zu drängen, dass der ursprüngliche Zustand auf dem Grundstück wieder hergestellt wird. Als sich die Räte jetzt im Gasthaus Michl in Dietersberg trafen, lagen zwei neue Bauanträge auf dem Tisch.

Keine Zeit zur Prüfung


Bürgermeister Dieter Dehling stellte dazu fest, dass sie erst am Sitzungstag in der Verwaltungsgemeinschaft abgegeben worden seien. Zeit zur Prüfung habe deshalb nicht bestanden. Zum einen geht es um den Bau zweier Lagergebäude für Heu und Stroh, zum anderen um drei Pferde-Unterstände. Zum Beschluss des Gemeinderats in der Juni-Sitzung habe das Landratsamt im übrigen noch nicht Stellung genommen, ergänzte Dehling seine Information.

Helmut Kellner sprach sich dafür aus, die Bauanträge so lange zurückzustellen, bis die Entscheidung der Behörde vorliegt. Richard Koller kritisierte die Verzögerungstaktik der Antragsteller. Er drängte darauf, den Beschluss aus dem Juni umzusetzen. Werner Englhard und Heinz Pickel forderten, beim Landratsamt Druck für eine rasche Entscheidung zu machen. Hans Pirner schloss sich seinen Vorrednern an.

Auf Kulanzbasis


Dieter Dehling berichtete anschließend, dass nach den Niederschlägen in jüngster Zeit ein Hang an der neugebauten Straße von Reichertsfeld nach Altensee abgeschwemmt worden sei. Die Firma Rädlinger habe den Schaden behoben, ohne der Gemeinde eine Rechnung zu stellen. Über die Festbetragsförderung könne die Kommune für den Straßenneubau mit 170 000 Euro vom Freistaat Bayern rechnen.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass der Telekom zum Breitbandausbau eine Liste von Mängeln zugesandt wurde. Sie habe versprochen, ihnen bis zum 22. Juli abzuhelfen. Dehling bezweifelte stark, ob das fristgerecht geschehen sei.

Nach der Auflösung der MittelschuleBürgermeister Dieter Dehling informierte über die Entscheidung der Regierung der Oberpfalz, die Mittelschule Illschwang zum 1. August 2016 endgültig aufzulösen. Die Behörde beendet damit den Status einer ruhenden Mittelschule. Im Schuljahr, das jetzt zu Ende geht, besuchten 53 Kinder aus der Gemeinde Illschwang die Krötenseeschule in Sulzbach-Rosenberg.

Jetzt stand der Gemeinderat vor der Frage, dem Schulverband in Sulzbach-Rosenberg beizutreten oder Gastschulverhältnisse für die betroffenen Kindern anzustreben. Als Mitglied im Schulverband fielen Kosten von etwa 2200 Euro pro Kind und Jahr an, bei Gastschulbeiträgen nur rund 1500 Euro.

Werner Englhard wollte dem Beispiel der Gemeinde Weigendorf folgen und ein Gastschulverhältnis eingehen. Zum einen sei dies günstiger, zum anderen hätte die Gemeinde angesichts der Sitzverhältnisse im Schulverband kaum ein Mitspracherecht. Thomas Dirler argumentierte ähnlich, und Gerald Habermehl rechnete nicht damit, dass in den nächsten Jahren eine größere Zahl von Illschwanger Kindern die Krötensee-Mittelschule besuchen werde. Einstimmig befürwortete das Gremium die Lösung über Gastschulbeiträge. (no)
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