Illschwanger Gemeinderat besucht Dr. Loew Soziale Dienstleistungen in Bachetsfeld
Anerkennung und Erfolg erleben

Mit großem Interesse verfolgten die Besucher die Erklärung der verschiedenen Beschäftigungen in der Werkstatt.
Vermischtes
Illschwang
18.04.2016
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Ihm ist die Freude an seiner Arbeit ins Gesicht geschrieben. Bilder: Weis (2)

Das Betreuungsangebot von Dr. Loew Soziale Dienstleistungen ist so angelegt, dass es den persönlichen Neigungen, aber auch der Stabilisierung sozialer Bindungen gerecht wird. Es fördert die Motivation und Eigenverantwortung der eingeschränkt handelnden Menschen. Davon überzeugte sich der Illschwanger Gemeinderat beim Besuch.

Die arbeitstherapeutischen Werkstätten im ehemaligen Schulhaus in Bachetsfeld, das zur Firma Dr. Loew Soziale Dienstleistungen gehört, waren Ziel einer Informationstour des Gemeinderats. Der Gedanke, sich intensiv mit der Einrichtung zu befassen, kam nach einer Gemeinderatssitzung, die 2015 im dortigen Aufenthaltsraum stattgefunden hatte. Für den Mai ist die nächste Gemeinderatssitzung in Bachetsfeld geplant.

Interessanter Einblick


Der Leiter der Werkstätten, Florian Dotzler, gab einen interessanten Einblick in das moderne, erfolgreiche soziale Unternehmen, das im bayerischen Raum Menschen mit geistigen, psychischen und körperlichen Einschränkungen unterstützt. Derzeit werden in 110 Häusern über 1800 Personen betreut. Damit ist Dr. Loew einer der größten Anbieter für soziale Dienstleistungen in Bayern. Der Gesamtfirmenverbund hat gegenwärtig über 1900 Mitarbeiter.

Das erste Haus wurde 1968 in Neukirchen gegründet. Es hat sich im Laufe der Jahre zu einem familiengeführten Mittelstandsunternehmen mit einer qualitativ und quantitativ hochwertigen Angebotspalette entwickelt. Die Einrichtung sieht es als Auftrag, Menschen mit Hilfebedarf ein förderndes Wohnumfeld und gleichzeitig eine Perspektive mitten in der Gesellschaft zu geben. Daher werden eine Vielzahl an dezentralen, gemeindenahen und ganzheitlichen Wohn-, Arbeits- und Therapiemöglichkeiten geboten. Professionelle Hilfe leistet ein Betreuungsteam, das in hohem Maße flexibel auf individuelle Anforderungen reagieren kann.

Florian Dotzler ging in seinen Ausführungen speziell auf die arbeitstherapeutische Werkstatt in Bachetsfeld ein. Über die Teilnahme an differenzierten Angeboten für Arbeit und Beschäftigung haben die Behinderten mit unterschiedlichem Hilfebedarf die Chance, durch sinnstiftende Leistungen Erfolg und Anerkennung zu erleben. In der Einrichtung in Bachetsfeld werde erwachsenen Menschen mit Einschränkungen eine der Normalität entsprechende zweite Lebenswelt und somit die Teilnahme am gesellschaftlichen und gemeinschaftlichen Leben geboten.

61 Beschäftigte


Die Beschäftigten kommen aus den Wohnheimen in Schwend, Poppberg und Neukirchen. Sie werden in Bussen vormittags zur Arbeit und am Nachmittag wieder nach Hause gebracht. Die Werkstatt gibt es seit 1979. Gegenwärtig sind hier 61 Personen beschäftigt, wobei der Altersdurchschnitt bei 58 Jahren liegt. Manche Beschäftigte sind schon seit Anfang an hier tätig.

In fünf individuell ausgestatteten und unterschiedlich konzipierten Arbeitsgruppen werden Lohnaufträge für regionale Firmen ausgeführt. Es handelt sich dabei vorwiegend um Konfektionierungs-, Verpackungs- und Montagearbeiten. Dabei werde sich an den Fähigkeiten und Fertigkeiten der Einzelnen orientiert. Man strebe auch an, neue Kompetenzen im Hinblick auf die Arbeitstätigkeit zu entwickeln.

Hinzu kommen arbeitsbegleitende Maßnahmen, wie zum Beispiel sportlicher, kreativer und musikalischer Art. Entspannungs- und Bildungsangebote umrahmen den Arbeitsprozess. Die Förderung lebenspraktischer, motorischer, kognitiver und kommunikativer Kompetenzen sei hierbei das Ziel. Zum Team in Bachetsfeld gehören Heilerziehungspfleger, Erzieher sowie Fachkräfte zur Arbeits- und Berufsförderung.

Aufgeteilt in zwei Gruppen, hatten die Gemeinderäte und Bürgermeister Dieter Dehling bei einem Rundgang durch das Haus die Möglichkeit, den Beschäftigten über die Schulter zu schauen. Dehling bedankte sich für die interessanten Einblicke, die das Gremium in fachkompetenter Weise vermittelt bekam.

FachkräftemangelFlorian Dotzler wies darauf hin, dass der Fachkräftemangel gegenwärtig ein großes Problem darstelle. Auszubildende sind gesucht. Interessenten sollten sich mit der Werkstattleitung in Verbindung setzen. Abschließend wies Dotzler auf spezielle Projekte der Dr. Loew Soziale Dienstleistungen hin, wie zum Beispiel "Learny", Erwachsenenbildung für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder "B 14", das Musikcafé mit Fortbildungszentrum, wo es Arbeitsplätze für leicht geistig behinderte Menschen in Service, Küche und Hauswirtschaft gibt. Er erklärte, dass es auch eine Zusammenarbeit mit der Regens-Wagner-Stiftung in Michelfeld gibt. (no)
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