Roland Pisarek bereitet sich auf eine Preisterausbildung vor
Dem Leben eine neue Richtung geben

Mit 19 Jahren wollte Roland Pisarek auf eigenen Beinen stehen. Er siedelte aus Nürnberg nach Illschwang über. Heuer will er im Herbst einen weiteren Schritt gehen und ein Theologiestudium im niederösterreichischen Heiligenkreuz beginnen. Sein Ziel ist es, später einmal als Priester im Weinberg des Herrn zu dienen, wie er sagt. Bild: no
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Illschwang
19.02.2016
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Momentan arbeitet Roland Pisarek als Chemielaborant im mittelfränkischen Georgensgmünd. Dienst am Altar leistet der gläubige junge Mann noch in seiner Freizeit. Dort soll dann in einigen Jahren auch seine berufliche Zukunft liegen, wünscht er sich.

Roland Pisarek, derzeit Oberministrant der katholischen Pfarrei Illschwang, bereitet sich darauf vor, im Oktober ein Theologiestudium an der Hochschule und Priesterausbildungsstätte in Heiligenkreuz in Niederösterreich zu beginnen. Sein Ziel ist es, in einigen Jahren als Priester im Weinberg des Herrn zu dienen. Im Gespräch mit der SRZ schildert der 22-jährige junge Mann, warum er ab dem Herbst seinem Leben eine völlig neue Richtung geben möchte.

Wurzeln in Schlesien


Der tiefreligiöse Ursprung hat mit den Wurzeln seiner Familie zu tun, die aus dem katholisch geprägten Schlesien stammt. Rolands Vater zog 1967 mit seinen Eltern nach Nürnberg, weil sie mit den politischen Verhältnissen in Polen nicht mehr zurecht kamen. Im Stadtteil Eibach bauten sie sich ein Haus. Die Mutter des zukünftigen Priesteramtskandidaten wuchs ebenfalls in Schlesien auf. Sie zog 1988 nach München; ihre Familie blieb in Polen.

Im April 1994 schlossen die Eltern den Bund der Ehe. Noch im gleichen Jahr kam Roland Pisarek zur Welt. Er hat eine Schwester. Seine schulische Laufbahn beendete er mit dem mittleren Bildungsabschluss und begann anschließend eine Ausbildung zum Chemielaboranten. Die Firma übernahm ihn nach der Lehre. Gegenwärtig arbeitet er dort im Schichtbetrieb.

Oma fasziniert den Enkel


Die religiöse Grundhaltung bekam Roland vor allem mütterlicherseits vermittelt. In den Ferien, erzählt er, ist die Familie nach Polen gefahren. Seine Oma habe ihn mit Erzählungen von ihren Wallfahrten fasziniert: "Wenn du Sorgen, Probleme oder Ängste hast, wende dich vertrauensvoll an die Gottesmutter Maria: Diese Worte von ihr haben mich geprägt." Die besondere Verehrung Mariens in den Maiandachten spielt für ihn eine große Rolle.

Nach der Erstkommunion schloss er sich den Ministranten in der Pfarrei St. Walburga in Nürnberg-Eibach an. Mit großer Freude sei er bei der Sache gewesen, erinnert er sich. Öfter habe er zusätzlich Altardienst geleistet. 2011 legte er dieses Amt nieder, als er seine Lehrlingsausbildung antrat. "Doch mir hat dann etwas gefehlt", meint der junge Mann. So wurde er in Nürnberg-Langwasser 2012 wieder Ministrant als Zeremoniar des dortigen Stadtpfarrers.

Don Bosco verbindet


Eine wesentliche Rolle auf Pisareks Weg zum Theologiestudium in Heiligenkreuz spielte der jetzige Pfarrer von Illschwang, Markus Priwratzky. Er war 2008 und 2009 Kaplan in Eibach. Dort gab er den Anstoß, eine Don-Bosco-Gruppe zu gründen. Zwischen den Beteiligten entwickelten sich freundschaftliche Kontakte, die auch an Priwratzkys nächsten Kaplanstellen in Pleinfeld und Dietfurt nicht abrissen.

In Roland Pisarek reifte, je älter er wurde, der Wunsch, im Altarraum etwas tun zu dürfen, das über die Aufgaben der Ministranten hinausgeht. Markus Priwratzky wirkte dabei begleitend und fördernd. Als er 2013 zum Pfarrer von Illschwang ernannt wurde, half Pisarek beim Umzug kräftig mit.

Die Wochenenden danach verbrachte der junge Mann oft im Pfarrhof, weil das dortige Archiv sein besonderes Interesse weckte. Beim Stöbern in den Akten bekam er auch einen Eindruck davon, was einen Pfarrer im seelsorgerischen Bereich erwartet. Mit 19 Jahren wollte Pisarek auf eigenen Beinen stehen und den Abnabelungsprozess vom Elternhaus vorantreiben. Im Juli 2014 bezog er ein Zimmer im sehr großen Pfarrhof. Seit April 2015 ist eine Mietwohnung in Illschwang sein Zuhause.

Der harte Kern der ursprünglichen Don-Bosco-Gruppe sah in Illschwang die Möglichkeit, sich wieder vermehrt zu treffen. Es kamen Neuzugänge hinzu. In bestimmten Abständen gestaltet die Gruppe Gottesdienste mit. Pfarrer Priwratzky motivierte Roland Pisarek schließlich, in Illschwang wieder im Altardienst aktiv zu werden. Als Oberministrant ist er Vorbild für die anderen Minis. Sein Bereich ist der liturgische Dienst.

Freundliche Aufnahme


Pisarek erzählt im Gespräch, dass er zum Mitglied im Illschwanger Pfarrgemeinderat berufen wurde. Als Oberministrant bekommt er von Pfarrer Priwratzky Einblick darin, welche vielfältigen Aufgaben bei den verschiedenen Gottesdiensten zu bewältigen sind. Darüber hinaus ist er zuständig für die außerschulische Firmvorbereitung der Schüler in der 5. und 6. Klasse.

Zum Schluss bedankte sich Pisarek für die freundliche Aufnahme in der Pfarrei Illschwang. "Diese positive Haltung gibt mir Kraft für das bevorstehende Studium" , sagt er.

SendungsauftragZwischen Pfarrer Markus Priwratzky und Pater Karl Wallner, dem Rektor der Hochschule in Heiligenkreuz, gibt es freundschaftliche Verbindungen. Roland Pisarek reiste als stellvertretender Vorsitzender der Don-Bosco-Gruppe zu verschiedenen Anlässen für einige Tage nach Niederösterreich. Dabei fühlte er sich durch Wallner in seinem Wunsch bestärkt, Priester zu werden. Die Erzdiözese Vaduz in Liechtenstein erteilte ihm schließlich den Sendungsauftrag, das Studium in Heiligenkreuz ab 1.August 2016 zu beginnen. Vor ihm liegen dann zwölf Semester Studium mit Schwerpunkten bei Theologie und Philosophie sowie in den alten Sprachen Latein, Griechisch und Hebräisch. (no)
Wenn du Sorgen, Probleme oder Ängste hast, wende dich vertrauensvoll an die Gottesmutter Maria: Diese Worte von ihr haben mich geprägt.Roland Pisarek zitiert seine Oma
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