Raubvögel setzen Taubenzüchtern zu
Gefährliche Flugbegleiter

Vor jedem Wertungsflug versorgen die Züchter ihre Tauben nochmals mit Wasser. bild: bkr
Freizeit
Immenreuth
06.05.2016
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Das Wettrennen gegen die Zeit hat wieder begonnen. Die Brieftaubenzüchter der Flötztal- und Tannenbergsegler schicken in den kommenden Wochen wieder ihre Tiere zu Wertungsflügen. Mehr den je bereiten ihnen aber Greifvögel große Sorgen.

Insgesamt sind 13 Flüge geplant. Doch noch bevor der Altflug am Wochenende begonnen hatte, mussten die acht reisenden Züchter aus den Gemeinden Immenreuth, Kulmain, Brand und Kirchenpingarten innerhalb von drei Wochen den Verlust von 25 Tauben beklagen. Wanderfalken, Habichte und Sperber setzen ihnen kräftig zu. Alleine in einer Woche verlor Erwin Scherm aus Kirchenpingarten durch Greifvögel vier Tiere. Dazu addieren sich noch die durch die von Raubvögeln aufgerissenen und verletzten Tauben. Viele müssen deshalb getötet werden.

Die zunehmende Greifvogelpopulation veranlasst viele Züchter aufzuhören. Schuld geben sie dem übertriebenen Schutz von Greifvögeln. Es werden immer mehr, auf den Flugstrecken und zu Hause. Das andere Problem ist der Nachwuchs. Der Brieftaubensport ist zeitaufwendig und fordert eine zuverlässige Pflege. Im Zeitalter digitaler Welten finden kaum noch Jugendliche Zugang zum Brieftaubensport. Deshalb laden beide Vereine alle Interessierten zur Einsatzstelle beim Immenreuther Sportheim ein, bei der Vorbereitung der Wettflüge Bekanntschaft mit der Brieftaubenzucht zu machen. "Ohne Züchternachwuchs wird es in 20 Jahren die zwei Vereine bestimmt nicht mehr geben, vielleicht auch schon in 15", so ein Brieftaubenfreund.

Für den ersten Wertungsflug wurden von der Einsatzstelle 304 Tauben nach Wertheim im bequemen Kabinenexpress verschickt. Eine durchschnittliche Entfernung von 170 Kilometern war zu bewältigen. Die Distanzen steigern sich, der letzte Flug wird mit 670 Kilometern der längste sein. In Creil (Frankreich) sind dann nur noch die besten Vögel am Start.

Vor dem Verladen in den Kabinenexpress wird jeder Vogel mittels Tipes (Tauben-Identifikations- und Preisflug-Echtzeit-System) elektronisch erfasst. Ein kodierter Ring enthält unter anderem die Nummer der Taube und des Züchters. Die Daten werden in den Computer eingespeist. Beim Eintreffen im heimischen Schlag wird die Rückkehrzeit in einem Erfassungsgerät gespeichert, an die Einsatzstelleneinheit weitergeleitet und dort ausgewertet.
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