Ein Chef auf Augenhöhe

Die Markgraf-Geschäftsführer Karl-Günter Krauß (links) und Winfried Praller ehrten den Verstorbenen mit einem Kranz in Firmenfarben.
Lokales
Immenreuth
27.03.2015
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Ein großer Abschied von einem großen Unternehmer. Am Freitag erwiesen die Mitarbeiter der Bauunternehmung Markgraf ihrem Chef in Immenreuth die letzte Ehre.

Die Markgraf-Mitarbeiter nahmen am Freitagvormittag Abschied von ihrem Chef. Rainer Markgraf war am Mittwoch vergangener Woche überraschend verstorben. Der Unternehmer wurde nur 58 Jahre. "Wir stehen nach wie vor unter Schock", beschrieb Betriebsratsvorsitzender Thomas Schmid, bevor der Verstorbene im Leichenwagen die letzte Fahrt übers Firmengelände antrat.

Vom Nord- bis zum Haupttor säumte ein dichtes Spalier den Weg. Ruhig war es im Kompetenzzentrum, wo sonst um diese Zeit reger Betrieb herrscht. Der Pulsschlag der Firma und der Gemeinde schien still zu stehen. "Er hatte immer ein offenes Ohr, er hatte immer Zeit, seine Tür war für uns nie verschlossen", so Thomas Schmid. Man merkt dem Arbeitnehmervertreter an, dass er das nicht nur sagt, weil es um einen Verstorbenen geht. Die Nähe zu den Mitarbeitern zeichnete Rainer Markgraf aus. Er leitete eine gewachsene Bauunternehmung, in der jeder jeden kannte.

Der Tod traf deshalb auch die Gemeinde. "Es hat uns betroffen gemacht. Für Immenreuth ist es ein schmerzlicher Verlust", sagt Bürgermeister Heinz Lorenz. Er blickt dabei auf den Einsatz Markgrafs für die Erweiterung des "Herzstücks" der Bauunternehmung im Gewerbegebiet Ost. "Rainer Markgraf leistet einen wichtigen Beitrag für den Wirtschaftsstandort Immenreuth."

Lange warteten die Mitarbeiter in zwei Reihen am Haupttor, um sich ins Kondolenzbuch einzutragen. Dort machte auch das Trauerfahrzeug halt. Die Geschäftsführer Karl-Günter Krauß und Winfried Praller sowie Beiratsvorsitzender Manfred Thümmler legten einen Kranz in den Unternehmensfarben Rot und Weiß nieder. Eine einsame Trompete spielte "Ich hatt' einen Kameraden".

Feier in Kemnath

In der Kemnather Mehrzweckhalle feierten die Mitarbeiter noch einmal ihren Chef. Die Geschäftsführer Krauß und Praller hoben erneut das Engagement Markgrafs hervor. Er habe alles getan, um das Unternehmen, seines Vater und Großvaters zukunftssicher zu gestalten und langfristig zu sicher. Nach dem Tod des Vaters vor zweieinhalb Jahren machte er sich daran, die Basis dafür zu schaffen. Dabei wollte er nicht nur an die nächste Mitarbeitergeneration denken, sondern auch an die übernächste, machten die Geschäftsführer klar. Vorausschauend sollten die Strukturen sein, nachhaltig und dauerhaft. Rainer Markgrafs Ziel war ein handlungsfähiges, unabhängiges und eigenständiges Unternehmen.

Deshalb rief er die Rainer-Markgraf-Stiftung ins Leben. Zweidrittel der Familienanteile brachte er dort ein. "Auf diesem von ihm errichteten Fundament können auch nach seinem Tod die Arbeitsplätze von mehr als 800 Mitarbeitern erhalten bleiben", so Krauß und Praller.

Die Heimat im Sinn

Nach ihren Worten sei es Markgraf auch darum gegangen, die Heimat zu stärken. Die Menschen in der Oberpfalz und in Oberfranken lagen ihm am Herzen. Rainer Markgraf nutzte alle Gelegenheiten, um für die Vorzüge seiner Heimat einzutreten. Junge Menschen durch die Stiftung zu fördern, ihnen eine qualifizierte Ausbildung und den Verbleib in der Heimat zu ermöglichen, war ein großes Anliegen. Er brachte sich deshalb in lokalen und landesweit tätigen Verbänden ein, exemplarisch in der IHK Oberfranken, im Bayerischen Bauindustrieverband und im Vorstand der Vereinigung der Bayerischen Bauwirtschaft. Geladene Vertreter der regionalen Politik und der Verbände, Freunde, Wegbegleiter und direkte Geschäftspartner werden am Donnerstag in Bayreuth in einer Trauerfeier an Rainer Markgraf gedenken.
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