Familienferienstätte: Gemeinderatsfraktionen befürchten weitere Flüchtlinge
Bei 153 noch nicht das Ende

Lokales
Immenreuth
27.10.2015
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(bkr) Kein Thema beschäftigt die Gemeinde wie die mögliche Unterbringung von Flüchtlingen in der Familienferienstätte. Die Kewog möchte das Gebäude kaufen, um dort 153 Asylbewerber einzuquartieren. Einer Gemeinschaftsunterkunft messen auch der Landkreis und die Regierung sehr große Bedeutung zu.

Gegen die Aufnahme von Asylanten sprechen sich die drei Fraktionen von CSU, SPD und Freien Wähler im Gemeinderat nicht aus, allerdings fordern sie ein "ausgewogenes Verhältnis zur Einwohnerzahl". Sie befürchten, dass 153 zusätzliche Flüchtlinge - zu den bereits 48 in der Kommune beherbergten - die Kommune überfordern könnten. CSU-Fraktionssprecher Josef Hecht machte beim Bürgergespräch seiner Partei in der vergangenen Woche geltend, dass die 41 unbegleiteten Minderjährigen nicht ausgeklammert werden dürfen, nur weil sie aus juristischen Gründen nicht als Asylbewerber gelten. Sie seien ebenso Flüchtlinge wie die sieben in der vom Landkreis angemieteten dezentralen Gemeinschaftsunterkunft.

Angst um Immobilienpreise

Eberhard Besold, Sprecher der Freien Wähler, befürchtet zudem negative Auswirkungen auf die Immobilienpreise, auf die Bautätigkeit im Baugebiet "Steinäcker" und auf das Naturerlebnisbad. Unbestritten ist das Interesse der Geschäftsführer der Familienferienstätte, Alfred Schuster und Peter Merkl, den Gebäudekomplex zu veräußern. Allerdings wehre sich der Gemeinderat gegen eine "zu hohe Zahl von Asylanten". Das Verhältnis zur Einwohnerzahl müsse stimmen, so die Forderung.

Mit Misstrauen begegnen die Kommunalpolitiker auch der von der Kewog ins Spiel gebrachten Zahl von 153 Flüchtlingen. Sie befürchten, dass es bei einer Belegung weit mehr werden könnten. Die Gemeinderäte weißen zudem die Behauptung Merkls und Schusters zurück, zu einem Gespräch in die Familienferienstätte eingeladen zu haben. Es habe nur vor längerer Zeit ein sehr vages und unverbindliches Angebot gegeben, sich über das Haus selbst zu informieren.

Bestätigt wurden inzwischen mehrere kleinere Polizeieinsätze in der Familienferienstätte bei den dort untergebrachten unbegleiteten Minderjährigen.
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