Immenreuther Exil

Lokales
Immenreuth
07.11.2015
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Ilse und Kurt Kellermann sind wichtiger Bestandteil der Wasserwacht. Das Erlanger Ehepaar gehört seit 1978 zu den Rettungsschwimmern im Naturerlebnisbad. Sie werden kurz "die Kellermänner" genannt und leisten die meisten Stunden am Beckenrand.

Der Campingplatz gleich neben dem Naturerlebnisbad brachte Ilse und Kurt nach Immenreuth. Die Empfehlung eines Bekannten war es. Zuvor hatten sie ihr Camping-Domizil in der Fränkischen Schweiz aufgeschlagen. Doch der Weg mit zwei Kindern vom Zeltplatz bis zum nächsten Schwimmbad war lang und erforderte immer den Einsatz eines Autos. In Immenreuth lag alles Tür an Tür.

So schnell ging der Umzug aber nicht. Die Katze im Sack wollten Kurt und Ilse nicht kaufen. Ein Probe-Wochenende zu Pfingsten 1977 war angesagt. Mit kleinem Zelt am Ufer des damaligen Angelteichs. Das überzeugte den heute 70-jährigen Kurt und seine zwei Jahre jüngere Gattin. Noch im Oktober folgte der Umzug mit dem Wohnwagen nach Immenreuth. Den Platz, auf dem sie ihren Campingwagen abstellten, pflegen und hegen sie heute noch. Er wurde sogar vergrößert und ein zweiter angemietet.

Als alte Wasserwachtler war es für den technischen Angestellten bei Siemens und der technischen Angestellten bei der Stadt Erlangen eine Selbstverständlichkeit, der Ortsgruppe der Wasserwacht beizutreten. Kurt kam 1962 und Ilse 1966 zur Herzog-auracher Wasserwacht und beide 1978 zur Ortsgruppe Immenreuth. Ihre Dienststunden überzeugen. In diesem Jahr leisteten beide 97,5 Wachstunden und verbuchten 39 Erste-Hilfe-Leistungen. Meist nur kleinere Sachen, wie Insektenstiche oder Abschürfungen.

Bei den Badegästen sind "die Kellermänner" beliebt, bei den Vögeln auf dem Campingplatz auch. Es ist gerade die Ruhe, die gute Luft und die natürliche Idylle auf dem Campingplatz - Meisen aller Art, Buntspechte und Eichhörnchen belagern ihr zweites Zuhause. Kein Wunder: "Wir kaufen zwei Zentner Vogelfutter und mehr", sagt Kurt, und Ilse schwärmt: "Am schönsten ist es im Winter, den Piepmätzen und Eichhörnchen zuzuschauen." Direkt vor dem kleinen Wohnzimmer in Griffnähe sind die Futterstellen und da geht es immer hoch her.

Die Stellplätze sind von vielen Bäumen eingesäumt. Er ist Dank einer Aktion der "Kellermänner" nicht nackt und leer. Von einer Werbeaktion in Erlangen brachten Ilse und Kurt viele Bäumchen mit, die stattliche Bäume geworden sind. Einige fielen bereits der Motorsäge zum Opfer. Die meisten aber spenden Schatten und hüllen den Platz in eine gemütliche Atmosphäre.

Nur im Frühjahr und Herbst werden die Kellermänner Immenreuth untreu. Dann rollt ihr Wohnwagen Richtung Skandinavien und Südeuropa. Doch auf dem Oberpfälzer Campingplatz ist es am schönsten. Er wäre noch schöner, hätte er einen eigenen Kinderspielplatz. Die sanitären Anlagen könnten noch verbessert werden. "Ganz zeitgemäß sind sie nicht", meint das Ehepaar. Für zusätzliche Wellness sorgen in der kalten Jahreszeit die Lohengrin-Therme in Bayreuth und lange Spaziergänge rund um die Naturschutzgebiete.
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