In ein Leben ohne Schutzwall

Jacqueline Wurm, Anna-Lena Petter, Timmy Annutsch, Sandro Schraml, Laura Wagner, Natalie Rodler und Kim Kopp (Vierte bis Zehnter von links) sind der bislang beste Abschlussjahrgang des Sonderpädagogischen Förderzentrums. Zu ihren Lestungen gratulierten stellvertretender Landrat Günter Kopp, zweiter Bürgermeister Josef Hecht, Elternbeiratsvorsitzender Michael Ackermann (von links), die Lehrkräfte Brigitte Koch und Gudrun Lehner, Rektor Wolfgang Schmid sowie Klassenlehrerin Silke Nußstein (von rechts). Bild:
Lokales
Immenreuth
28.07.2015
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Das kleinste Sonderpädagogische Förderzentrum ist mit einem Gesamtnotendurchschnitt von 2,18 oberpfalzweit das Beste. Die Schüler wissen jetzt: Wachstum gibt's mit reinem Wasser, nicht mit Jack-Cola und Wodka-Red-Bull.

Mit etwas Wehmut, aber mit viel Zuversicht verabschiedete sich die Jahrgangsstufe 9 von der Schulzeit, den Kameraden und den Lehrkräften. In einer würdigen Abschlussfeier entließ das Förderzentrum sieben Schüler als besten Jahrgang in der Schulgeschichte in einen neuen Lebensabschnitt.

Rund 50 Eltern, Schüler, Offizielle und Verwandte hatten sich in der Aula eingefunden. Die Flötengruppe unter Leitung von Förderlehrerin Brigitte Koch eröffnete mit dem Popsong "Vom selben Stern" die Feier.

Gebildet und höflich

"Sie dürfen stolz sein auf Ihre Kinder. Sie haben neben der Allgemeinbildung vor allem auch gute Umgangsformen, Höflichkeit, Durchhaltevermögen und Hilfsbereitschaft gelernt und gezeigt", betonte Sonderschulrektor Wolfgang Schmid gegenüber den Eltern. Die sieben Mittelschulabschlüsse zeigten, dass das Förderzentrum keine Sackgasse sei, sondern gute Bildung und Chancengleichheit biete. Sie seien auch eine Bestätigung der hervorragenden Arbeit von Klassenlehrerin Silke Nußstein.

Der Gesamtschnitt von 2,18 resultierte vor allem aus den doppelt gewerteten Praxisteilen. Fünf Prüflinge legten mit einer Eins vor dem Komma im Abschlussprofil "theorieentlastender Mittelschulabschluss" dazu den Grundstein. "Ihr startet heute einen neuen Lebensabschnitt, der ohne Schutzwall auskommen muss", schloss Schmid.

Stellvertretender Landrat Günter Kopp lobte die positive Ausrichtung der Schule, die Schuldruck abbaue, die Persönlichkeit der Schüler fördere und ihnen Erfolgserlebnisse vermittle. Der Landkreis trage als Sachaufwandsträger zum Lernerfolg bei. Zweiter Bürgermeister Josef Hecht dankte allen Lehrkräften und Eltern für die schulische Begleitung der Schüler und die harmonische Zusammenarbeit. Elternbeiratsvorsitzender Michael Ackermann betonte, dass nun die Zeit gekommen sei, eigenes Können unter Beweis zu stellen, zuzuhören und Gelerntes umzusetzen. Er wünschte alles Gute für den weiteren Lebensweg. Die Schülersprecherinnen Anna-Lena Petter und Jacqueline Wurm dankten den Lehrkräften und Eltern, besonders Silke Nußstein für das entgegengebrachte Verständnis und Vertrauen.

Rollator mit Geschenken

"You'll be in my Heart" war die musikalische Überleitung der Flötengruppe zur Klassenlehrerin. "Heute ist euer persönlicher Unabhängigkeitstag", verdeutlichte sie und verglich den Lehrer mit einem Gärtner, der seine Pflanzen hegt und pflegt. Wachsen müssten sie aber selbst. "Pflanzen müssen gut gewässert und gedüngt werden, damit sie gut wachsen. Dazu gehört aber Quellwasser und kein Jack-Cola oder Wodka-RedBull", erklärte sie scherzhaft abschließend. Sie riet den Entlassschülern, immer teamfähig, hilfsbereit, willensstark, ehrlich und gerecht zu sein. Die Schüler überraschten sie mit einem mit Geschenken und Siegerpokal vollgepackten Rollator.

Als Abschlussbeste mit 1,4 nahm Natalie Rodler das Zeugnis entgegen, Jacqueline Wurm, Sandro Schraml und Anna-Lena Petter brachten es jeweils auf einen Notendurchschnitt von2,1. Dem offiziellen Teil schlossen sich ein von Fachlehrerin Thekla Franz mit Schülern zubereiteter Imbiss und eine Gesprächsrunde an.
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