Renten hinken hinterher

VdK-Vorsitzender Herbert Märkl, Bürgermeister Heinz Lorenz und Georg Brand vom Kreisverband (hinten, von rechts) ehrten Anna Müller, Anna Veigl und Walter Rau (vorne, von links) für jahrzehntelange Treue zum Ortsverband. Bild: mez
Lokales
Immenreuth
07.04.2015
3
0

Neidvoll blicken die Rentner auf die ausgehandelten Lohnerhöhungen der Arbeitnehmer. Während die Gewerkschaften bis zu fünf Prozent "herausgeholt" haben, müssten sich die Ruheständler im Westen mit 2,1 Prozent und im Osten mit 2,5 Prozent begnügen, klagte VdK-Vorsitzender Herbert Märkl.

Viele versuchten mittlerweile, ihre Rente mit einem Minijob aufzubessern, erklärte er in der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Busch in Kötzersdorf. Dennoch sei die Zahl derer, die Privatinsolvenz anmelden mussten, um 14 Prozent gestiegen. Weitere Themen des Vorsitzenden waren die versprochene große Reform der Pflegeversicherung, Kinderarmut und die finanziellen Sorgen der vielen Hartz-IV-Empfänger, die sich finanziell kaum über Wasser halten könnten.

Zu wenig Unterstützung

Deswegen werde auch die Arbeit im Ortsverband immer schwieriger. Erschwerend komme hinzu, dass niemand mehr im Ehrenamt arbeiten wolle. Märkl bat daher die Mitglieder um mehr Unterstützung im Ortsverband, der aktuell 225 Personen zählt.

In seinem Rückblick berichtete der Redner von fünf Vorstandssitzungen, vom Tagesausflug in den Bayerischen Wald und von neun Geburtstags- sowie zehn Krankenbesuchen. Auch seien nach der Weihnachtsfeier 17 Personen zu Hause besucht worden. Ebenso beteiligte sich der Vorstand an den zwei Heldengedenktagen in der Gemeinde. Die Sammlung "Helft Wunden heilen" erbrachte rund 2000 Euro, wofür der Vorsitzende allen Sammlern und Spendern dankte. Maria Veigl trug den Kassenbericht vor.

176 000 Euro erstritten

Laut Georg Brand vom Kreisvorstand gehören rund 5400 Personen im Landkreis dem VdK an. Im Vorjahr zählte er 2197 Beratungen, nach denen es zu über 700 Anträgen, 231 Widersprüchen und sogar 103 Klagen kam. Dadurch seien rund 176 000 Euro an Nachzahlungen erwirkt worden. Weiter ging der Redner auf die Verbesserungen bei der Pflegeversicherung, aber auch auf die vom VdK eingereichte Verfassungsbeschwerde ein. Der Grund für die herrschenden Missstände sei die Überlastung der Pflegekräfte. "Sie sind Opfer eines Systems, das Pflege im Minutentakt erfordert", betonte Brand. Der VdK fordere eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen mit mehr Personal, weniger Zeitdruck und einer gerechteren Bezahlung.

Das höchste Armutsrisiko in Bayern trage die Altersgruppe der über 65-Jährigen, betonte der Vertreter des Kreisvorstands, wobei besonders Frauen betroffen seien. Weiter ging der Redner auf die Mütterrente und deren Finanzierung ein und kritisierte die geplante Anhebung des Rentenalters auf 70 Jahre.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.