Stabwechsel im SOS-Kinderdorf

Lokales
Immenreuth
23.11.2015
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"Wenn Kinder noch nach Jahren kommen und sagen, 'Das war mein Zuhause'": Das sind die schönsten Momente, die Alfred Schuster als Leiter des SOS-Kinderdorfes erlebt hat. Am 27. November wird der 60-Jährige in die Altersteilzeit verabschiedet. Mit Holger Hassel steht ein Nachfolger bereit, der seit zehn Jahren in der Einrichtung tätig ist.

"Ich gehe mit einem guten Gefühl", sagt Alfred Schuster. Zum einen, weil er volles Vertrauen in seinen Nachfolger hat, und zum anderen, weil sich das SOS-Kinderdorf "oberpfalz" in den vergangenen Jahrzehnten positiv entwickelt hat. "Das SOS-Kinderdorf ist in der Gemeinde und in der gesamten Region fest etabliert und bekommt viel Zuspruch aus der Bevölkerung, von der Politik und der Wirtschaft", betont Schuster. Er arbeitet seit 1980 in der Immenreuther Einrichtung. 1987 übernahm er die pädagogische Leitung und schließlich 1990 die Gesamtleitung.

Deutschlandweit gibt es 16 SOS-Kinderdörfer, darunter zwei in Bayern - neben Immenreuth noch in Dießen: das SOS-Kinderdorf Ammersee. Als Leiter einer solchen Einrichtung werde man mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert, wie der scheidende Leiter zu berichten weiß: "Im Mittelpunkt aller Bemühungen und Anstrengungen steht das Wohl der Kinder." Aktuell sind es 91 Kinder, die in Immenreuth leben, einige Restplätze sind derzeit frei. Als "Chef" des SOS-Kinderdorfes trage man auch eine besondere Verantwortung für die Mitarbeiter. "An einer Faustformel hat sich nichts geändert: Wenn es den Mitarbeitern gut geht, dann geht es auch den Kindern gut", ist sich Schuster sicher.

Deutlich verändert hat sich in den vergangenen 35 Jahren die Personalsituation. "Als ich 1980 hier anfing, gab es 26 Vollzeitmitarbeiter. Heute sind es 62", erzählt der Sozialpädagoge. Zehn Kinderdorffamilien habe es 1990 gegeben, jetzt seien es bereits 14. Viel ist in den zweieinhalb Jahrzehnten in der Einrichtung geschehen, so sind fast alle Häuser erweitert worden. "Ziel ist und bleibt, dass jedes Kind ein Einzelzimmer bekommt", sagt Schuster.

Vollzeit-Opa und -Ehemann

In ein "Loch" wird Schuster nach dem 27. November nicht fallen - seine Dienste als Opa ist jetzt schon gefragt und mit Ehefrau Ursula hat er ein neues Wohnhaus bezogen, in dem einige Arbeit auf ihn wartet. "Und dann gibt es noch die SPD, die AWO, den Kreistag und die Arbeit mit den Flüchtlingen", ergänzt er.

"Ich habe schon Respekt vor den großen Fußstapfen, die Alfred Schuster hinterlässt", räumt Holger Hassel freimütig ein. Der 41-jährige gebürtige Weidener scheut sich aber nicht vor den Aufgaben, die auf ihn warten. Mit seiner Frau Susanne und den drei Kindern lebt er in Kulmain.

Seit 2005 arbeitet er in der Immenreuther Einrichtung, seit 2012 ist er Bereichsleiter der Differenzierten Kinder- und Jugendhilfen. Darunter fällt die Leitung der Wohngruppen, der Heilpädagogischen Tagesgruppe, der Ambulanten Flexiblen Hilfen und der Jugendsozialarbeit an Schulen an den vier Standorten Kemnath, Immenreuth, Weidenberg und Speichersdorf. Die Leitungs-Übergabe ist in den vergangenen Wochen zwischen dem "Neuen" und dem "Alten" Hand in Hand gestaltet worden. "Das Kinderdorf steht sehr gut da, ich muss als Leiter das Rad nicht neu erfinden", betont Hassel.

Umbau geplant

Deshalb werde er am Bewährten festhalten. Eine kleine bauliche Änderung wird es aber schon bald geben: Die Dorfleiter-Wohnung im Verwaltungsgebäude wird es künftig nicht mehr geben. "Dort wird umgebaut und die Räumlichkeiten werden in die pädagogische Arbeit mit einbezogen", erklärt Hassel.
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