Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch zu Besuch im SOS-Kinderdorf
Alle Kinder gleich

Leiter Holger Hassel führte Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch, Erich Hader (SPD-Fraktionssprecher im Gemeinderat) und Alfred Schuster (von links) durch das SOS-Kinderdorf. Bild: bkr
Politik
Immenreuth
05.02.2016
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"Die Jugendhilfe hat leider keine Lobby", bedauerte Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch bei seinem ersten Besuch im SOS-Kinderdorf Oberpfalz. Mit diesem sieht sich der SPD-Mann seit seinen ersten politischen Gehversuchen verbunden. Dem neuen Dorfleiter Holger Hassel ist daran gelegen, diese Verbindung aufrecht zu erhalten. Auch deshalb, weil hier viel aus dem Erfahrungsschatz zu Jugendhilfethemen gewonnen werden kann. Die vor Ort gesammelten Eindrücke möchte Grötsch mit nach Berlin nehmen.

"In Berlin werden Entscheidungen in der Jugendhilfe getroffen, die auch das SOS-Kinderdorf berühren", betonte Hassel. Er gab den Wunsch weiter, eher in Kontakt mit gefährdeten Kindern zu kommen, um Probleme rechtzeitig in Angriff zu nehmen. Aus diesem Grund sah es Hassel als wichtig an, dass Politiker Interesse an der Realität bekunden. Eine Realität für ihn war der steigende Alkoholmissbrauch.

Beim Gang durch das SOS-Kinderdorf kam Uli Grötsch der realen Welt näher. Neben der Organisation des Dorfes standen die Schicksale der untergebrachten Kinder im Vordergrund, auch die der 16 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge. "Die Kinder sind freundlich und motiviert", ließ Holger Hassel wissen. Sie hätten sich mit den Kindern des Dorfs sehr schnell zusammengefunden. Er lobte die Einbindung der unbegleiteten Minderjährigen in Schule, Sport und Vereinen. Pubertäre "Probleme der 16-Jährigen gibt es wie überall."

Grötsch ging es um die Gesamtsituation. Die Flüchtlingskinder standen dabei nicht im Mittelpunkt. "Unterm Strich sind alle Kinder gleich", meinte der Politiker. Wichtig sei es, die Probleme in einer ruhigen Atmosphäre abzuarbeiten.

Für Alfred Schuster, den ehemaligen Leiter des SOS-Kinderdorfs, war die Zusammenarbeit mit dem Bundestagsabgeordneten schon immer gut. "Er hat ein Herz für benachteiligte Kinder." Die Jugendhilfe sei ein Ausgleich für das, was Familien nicht leisten könnten, meinte Schuster, und Grötsch berichtigte: "Nicht leisten können ohne bösen Willen."
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