In Workshops gestalten Bürger einen Flächennutzungsplan
Bürger gestalten Zukunft selbst

Politische Entscheidungen von der Basis: Bürger bewerten mit Punkten die Stärken und Schwächen der Vorschläge für ihre Gemeinde. Bilder: bkr (2)
Politik
Immenreuth
07.03.2016
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Bürgermeister Heinz Lorenz (links) und Dip.-Ing. Matthias Rühl diskutieren die Vorschläge der Bürger im Workshop.

Den Spieß bei der Aufstellung ihres Flächennutzungs- und Landschaftsplanes dreht die Gemeinde Immenreuth um. Anstatt ein Architekturbüro mit einem Entwurf zu beauftragen, den die Bürger kommentieren können, werden sie zuerst gefragt: Die Bürger entscheiden, wie ihre Gemeinde in Zukunft aussehen soll.

Einen richtigen Flächennutzungsplan hatte die Gemeinde noch nie. Ihn stellt sie nun in Zusammenarbeit mit Architekturbüro ARGE Stadt&Land aus Neustadt/Aisch auf. An erster Stelle stehen jedoch vier Workshops mit den Bürgern. Der erste fand am Freitag für die Orte Plößberg, Punreuth, Katzenöd, Günzlas, Punreuth und Döberein unter dem Motto "Zukunft gestalten" statt. Ingenieur Matthias Rühl und sein Team fanden sich mit Bürgern und Bürgermeister Heinz Lorenz im Gerätehaus Plößberg ein. Nach zwei Stunden verkündete Rühl: "Es hat sich gelohnt. Es gibt viele Ideen und ein klares Ergebnis".

Vier Arbeitsgruppen der gut besuchten Veranstaltung hatten die Aufgabe, visionär in die Zukunft zu blicken und Maßnahmen vorzuschlagen. Jede Arbeitsgruppe wechselte nach einer Viertelstunde Bearbeitung zum nächsten Themenfeld. Dabei wurden behandelt: Bauliche Entwicklung, Einrichtungen des öffentlichen und sozialen Bedarfs; Landschaft, Freizeit, Erholung und Sport; Gewerbe, Handel, Landwirtschaft, Tourismus und Verkehr sowie Versorgung mit Dingen und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs.

Dipl.-Ing. Matthias Rühl stellte in seiner Einführung zunächst den Flächennutzungs- und Landschaftsplan als gestalterisches Element der Kommune vor. "Es ist das Klavier der Gemeinde", betonte er. Für Behörden ist der Flächennutzungsplan bindend, für Private nicht. Seine Aufgabe ist es Planungskonflikte zu vermeiden und Voraussetzungen für Änderungen zu schaffen. Er gibt Sicherheit und bewahrt vor Überraschungen, wenn plötzlich neben Baugebieten ein Gewerbegebiet entsteht. Rühl führte zur Einstimmung mit einigen Bildern durch die Ortsteile und verhehlte aber auch nicht, dass die Feriensiedlung in Günzlas nicht ins Landschaftsbild passt.

Ideen sprudeln


Nach dem Startschuss für die Arbeitsgruppen sprudelten die Gedanken, die dann im zweiten Teil mit Punkten bewertet wurden. Die erste große Sammlung von Vorstellungen, Wünschen und Anregungen wird dokumentiert und mit den Ergebnissen der noch folgenden drei Workshops ausgewertet. Alles zusammen ist dann Basis für den Planentwurf. "Es ist sehr interessant, was aus der Bürgerschaft kommt", zeigte sich Bürgermeister Heinz Lorenz überrascht. Zwei Punkte durfte er gleich abhaken. Den geforderten barrierefreien Zugang zum Bahnsteig für das Gleis nach Kirchenlaibach. Mit der Verlegung des Bahnsteigs in den kommenden Wochen wird diesem Wunsch bereits Rechnung getragen. Der barrierefreie Zugang auf der Nordseite ist nach seinen Worten zwar nicht in der Planung enthalten, wird aber geschaffen.

Der zweite Wunsch nach Straßenbeleuchtungen in Punreuth ist zusammen mit dem Erikaweg und der Lenauer Straße in der Planung. Die Beteiligung der betroffenen Bürger erfolgt, wenn die Angebote vorliegen. Sie können dann entscheiden, ob sie die Beleuchtung wollen oder nicht, so Lorenz. Der nächste Workshop zum Flächennutzungsplan findet am Freitag, 11. März um 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus Ahornberg statt.
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