Nach 20 Jahren fast am Ziel
Für Gewerbegebiet Ost/Zweifelau fehlt nur noch Genehmigung des Landratsamtes

Immenreuth
22.01.2016
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Über zwei Jahrzehnte verharrte der Bebauungsplan Gewerbegebiet Ost/Zweifelau im Dornröschenschlaf. In drei Monaten könnte er rechtskräftig werden.

Es fehlt nur noch die Genehmigung durch das Landratsamt. Dieser dürfte aber nichts mehr im Wege stehen.

Dem Gemeinderat lagen am Donnerstag die eingegangenen Hinweise und Anregungen Träger öffentlicher Belange sowie der Widerspruch eines Bürgers vor. Den dazu erarbeiteten Stellungnahmen des Planungsbüros "Stadt und Land" stimmte das Gremium uneingeschränkt zu.

Hoffnung auf ein schnelles Inkrafttreten des Bebauungsplans schöpft die Gemeinde aus dem Schreiben der Regierung der Oberpfalz vom 26. Oktober. Aus landesplanerischer Sicht sieht sie den erforderlichen Bedarfsnachweis als ausreichend und begründet. Übernommen wurden die Forderungen der Unteren Naturschutzbehörde hinsichtlich Begrünung, Schutz der Zauneidechsen und Ausgleichsmaßnahmen. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten verwies auf die dramatische Knappheit an landwirtschaftlichen Nutz- und Ackerstandorten. Aus diesem Grund sollte das Flurstück 422 mit 1,29 Hektar als Ausgleichsfläche weitestgehend geschont werden. Diesem Wunsch konnten die Gemeinderäte jedoch nicht nachkommen.

Kein Glück mit seinem Widerspruch hat ein Anlieger. Dieser betonte, "dass die Ausweisung des Gewerbegebiets östlich angrenzend an ein Gebiet mit mehreren vorhandenen und tatsächlich bewohnten Gebäuden, die wiederum an ihrer Westgrenze an ein nicht im geplanten Gewerbegebiet liegendes, aber schon tatsächlich bestehendes großes Unternehmen der Bauindustrie angrenzen, keine geeignete Maßnahme darstellt".

Sollte die Gemeinde auf der Ausweisung bestehen, dann fordere er Grenzwerte für Lärm, Feinstaub und sonstige Emissionen. Zudem solle die geplante Auflassung eines Teils der Wilhelm-Markgraf-Straße unterbleiben.

Aus der Stellungnahme der Gemeinde ergibt sich, dass der Planung die Schutzbedürftigkeit eines Mischgebietes zugrunde liegt. Auf die geplante Auflassung eines Teils der Wilhelm-Markgraf-Straße könne nicht verzichtet werden, da eine öffentliche Straße zwischen dem alten und neuen Betriebsteil logisch nicht nachzuvollziehen sei.

Bürgermeister Heinz Lorenz dankte Diplom-Ingenieur Matthias Rühl vom Planungsbüro "Stadt und Land" für die hervorragende Zusammenarbeit. Für die Gemeinde sei es wichtig, die Rechtskraft des Bebauungsplans zu erreichen.

Mit dem Planungsbüro wird nunmehr auch der von der Regierung geforderte Flächennutzungsplan für die Gemeinde erstellt. Die Planungsgrundlagen werden in den einzelnen Ortsteilen vorgestellt. Die Bürger sind aufgefordert, aktiv teilzunehmen. Die Terminplanung dazu erfolgt im Februar.
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