Zukunftssicher in der Zweifelau

Matthias Rühl (Zweiter von rechts) stellte die Pläne für den Ausbau vor. Für die Gemeinde waren Wolfgang Kögerl (von links) und Bürgermeister Heinz Lorenz bei dem Termin, Florian Hüttl vertrat das Unternehmen.
Politik
Immenreuth
21.04.2015
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Wann es den ersten Spatenstich zur Erweiterung des Markgraf-Geländes in Immenreuth gibt, weiß das Bauunternehmen nicht. Sonst sind die Planungen abgeschlossen. In der Schulaula stellte das Unternehmen diese nun vor.

Markgraf-Vertreter Florian Hüttl versprach, dass die Arbeiten in der Zweifelau sofort beginnen, wenn alle bürokratischen Hürden genommen sind. "Wir werden den Standort und die Arbeitsplätze damit zukunftssicher machen." Die Gemeinde hatte zu dem Termin geladen. Bürgermeister Heinz Lorenz sagte, er wolle die Öffentlichkeit frühzeitig einbinden und umfassend über die Entwicklung im Gewerbegebiet Ost informieren. Bis 6. Mai liegen die Pläne im Rathaus zur Einsichtnahme. In dieser Zeit können Bürger Anregungen und Stellungnahmen vorbringen.

Planer Matthias Rühl aus Neustadt/Aisch erläuterte wie schon im Gemeinderat die Planunterlagen für den Teilflächennutzungsplan Zweifelau und das Gewerbegebiet Ost. Die Wohnbebauung erschwere die Planungen und erfordere eine Reihe von Fachgutachten, um die Betriebserweiterung zu ermöglichen. Insbesondere der Lärmschutz spiele eine große Rolle.

Das Gewerbegebiet teilt sich in vier Bereiche. Nur Geschäfts- und Verwaltungsgebäude sind im Gewerbegebiet 1 (GE1) nördlich der Straße Brandacker erlaubt. Hier entsteht zunächst das Schulungszentrum der Bauunternehmung. Die Gebäudehöhe darf dort zehn Meter nicht überschreiten. Die Gebäude dienen gleichzeitig als Schallschutz für das GE 2, das rund zwei Drittel der Fläche zwischen den Straßen Brand- und Mertelacker abdeckt. Hierher lagert der Betrieb die Werkstätten aus. Entlang der Straße Brandacker entsteht ein Hochregallager. Noch nicht beplant ist das GE 3, südlich des GE 2 bis zur Straße Mertelacker. "Bauliche Absichten existieren zurzeit nicht", so Florian Hüttl. Keine Probleme gebe es im GE 4. Es markiert den Geländestreifen nördlich der Bahnlinie vom neuen Bahnsteg bis zum Lagerhaus Agrarhandel König. Auch diese Fläche bleibt unbebaut.

Viel Grün, auch auf den Dächern der Werkstätten, soll das Gewerbegebiet ansehnlich gestalten. Auf ihr Grün vor der Haustür wollen auch die Bewohner von Zweifelau nicht verzichten. Sie forderten entsprechende Abstände von der Baugrenze und manchen wären Zauneidechsen als Nachbarn lieber als Gebäude. Für die geschützten Tiere verbleibt im östlichen Teil des GE 1 eine unbebaute Freifläche als Lebensraum. Zumindest werde es für die Anwohner keinen zusätzlichen Verkehrslärm geben. Der Werksverkehr wird über die Bahnseite abgewickelt.

Das Schallgutachten bezog die Emissionen des neuen Betonmisch- und zusätzlichen Plattenwerks ein, so Rühl. Beide Anlagen entstehen im Bereich des "Altbestands" und sind nicht Teil des Verfahrens. Hierfür erteilte das Landratsamt Tirschenreuth bereits im März die Baugenehmigung für die Erweiterung des Fertigteilwerks mit Neubau einer Betonmischanlage mit Abbruch der alten Anlage, Erweiterung des seitlichen Hallenschiffs, der Verlängerung der Portalkrangleisanlage und der Dacheindeckung des bestehenden Freilagers.

Eine weitere Sorge der Anwohner zerstreute Florian Hüttl: Die Baufirma plane kein Wohnheim im Schulungszentrum. Die Anwohner müssten sich also um Lärm in den Nachtstunden keine Sorgen machen.

Neben der öffentlichen Anhörung läuft derzeit die Anhörung der Träger öffentlicher Belange. Nach Auswertung der Stellungnahmen folgt ein zweiter Verfahrensschritt. Die zeitliche Dauer ist nicht abschätzbar, waren sich die Beteiligten einig. Durch die gute Vorbereitung allerdings verbreiteten sie viel Zuversicht.
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