29 Wandergesellen packen im SOS-Kinderdorf Oberpfalz an
Projekt mit Hand und Fuß

Die Zimmerer Christoph und Yean-Marc (von links) studieren den Bauplan für den neuen Pavillon im SOS-Kinderdorf Immenreuth.
Vermischtes
Immenreuth
08.09.2016
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Wer will 29 fleißige Handwerker seh'n, der muss ins SOS-Kinderdorf Oberpfalz geh'n. Am Montag wurde dort eine dreiwöchige Großbaustelle eröffnet. Voller Ehrgeiz und Elan wird gehobelt, gesägt, modelliert und gemauert. Ein Pavillon, ein Lehmofen, ein fahrbarer Grill und ein Buswartehäuschen entstehen.

Das "Ich bin begeistert" von Dorfleiter Holger Hassel münzen Elena, Stefanie und Max vom Organisationsteam in ein "Wir" um. Seit Ende Juli bereitet das Trio den sozialen Einsatz vor (wir berichteten), organisierte, beschaffte, ging von Firma zu Firma und von Unternehmen zu Unternehmen. Ergebnis: "Wir sind recht angetan und begeistert von der Unterstützung durch die Firmen, Unternehmen, die Geschäfte und durch die Bevölkerung", so ihr Fazit.

Bis nach Tirschenreuth, Weiden und Bayreuth sind sie gewandert, haben für materielle Zuwendungen, Spenden oder die leihweise Überlassung von Werkzeug und Gerät angeklopft. Die "Baustelleneinrichtung" war zeitgerecht und komplett am Montag fertig und ausgestattet. "Ich war erstaunt, wie das Projekt von der Bevölkerung angenommen wurde", begeisterte sich Kinderdorfchef Hassel. Bei ihm ist auch die "Einsatzzentrale" des sozialen Projekts untergebracht. An einer großen Pin-Wand hängen Pläne und viele kleine Zettel, die den Ablauf regeln.

Jeden Tag erhalten die Wandergesellen auch frische Brötchen zum Frühstück kostenlos geliefert. Eine Supersache. In der Frühe fallen sie wie die Bienen ein, stellte Holger Hassel fest. Um 7 Uhr geht es bei den meisten los. Offiziell ist um 17 Uhr Feierabend. Viele nutzen das gegenwärtig schöne Wetter, um im Trockenen zu arbeiten. Das am Montag über dem Lehmofen aufgestellte Zelt bleibt aber vorsorglich stehen. Hier leben alte Ziegel aus Schadersberg und Ahornberg weiter.

Großer Erlebnispark


Für die Kinder ist die Baustelle natürlich ein großer Erlebnispark. Hier gibt es viel zu sehen. Sie verfolgen die Arbeiten aufmerksam. Eine spannende Werkstatt für sie hat Holzbildhauerin Zoë eingerichtet. Sie stemmt mit scharfem Werkzeug den Lehmofen als Relief in ein starkes Brett. Nur der große Grill wird nicht im Kinderdorf geschmiedet. Hier wich man kurzerhand auf die andere Eisenbahnseite zu Metallbau Schmidt zweckmäßigerweise aus.

Für die Kinder bietet die Baustelle im Kinderdorf mehr als nur optische Abwechslung. Für die Kids richteten die Wandergesellen einen Workshop ein. Dort darf geschmiedet, dürfen Zinnfiguren gegossen, Figuren aus Terrakotta modelliert oder Laubsägearbeiten erstellt werden. Bei der Nachfrage, ob noch etwas für das soziale Projekt fehlt, schüttelt das Organisationstrio anfänglich die Köpfe. Naja, kleine Lämpchen für die Zelte wären nicht schlecht, Kaffee für die Pausen und Feierabendbier. Im SOS-Kinderdorf können die Sachen abgegeben werden. Das Organisationsbüro ist unter 0174/5 606 270 erreichbar.
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