Arbeitskreis Schule-Wirtschaft bei Firma Ponnath
Bauen mit Kelle, PC und 3D-Brille

Mit der 3D-Brille kommt die Baustelle direkt ins Haus. Schwindelig konnte den Lehrern schon werden, wenn sie hoch oben auf einem Baugerüst standen. Bild: bkr
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Immenreuth
30.09.2016
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Mit der 3D-Brille kommt die Baustelle direkt ins Haus. Schwindelig konnte den Lehrern schon werden, wenn sie hoch oben auf einem Baugerüst standen. Bild: bkr

Eine Drohne macht Geländeaufnahme, die Baumaschinen fahren computergesteuert, und ein Knopfdruck auf dem PC verrät, was und wie viel Material am nächsten Tag auf der Baustelle benötigt wird. Keine Zukunftsvision, es ist Realität.

"Der Bau ist nicht mehr der Beruf, bei dem man im Dreck wühlt und schwere körperliche Arbeit leistet." Der Bau werde von hochtechnischen Vorgängen gesteuert, in denen sich junge Leute wiederfinden und identifizieren könnten, betonte Jürgen Melzner, Projektleiter von Markgraf im Bereich modellbasierte Projektabwicklung, gegenüber dem Arbeitskreis (AK) Schule-Wirtschaft Tirschenreuth.

Die Leiterin Unternehmenskommunikation, Susanna Merkl, hieß am Mittwoch über 40 Lehrkräfte von der Förderschule bis zum Gymnasium im Immenreuther Kompetenzzentrum willkommen. Schulamtsdirektor und AK-Vorsitzender Rudolf Kunz erwartete für die Teilnehmer ein interessantes und gewinnbringendes Spektrum über die beruflichen Möglichkeiten der Schüler. Der große Wissensdurst der Gäste für interessante Berufe in der Baubranche sollte nicht enttäuscht werden.

Jetzt für 2017 bewerben


Ausbildungskoordinator Frank Gräbner und Personalreferent Florian Prosch beleuchteten die Ausbildungssektoren im gewerblichen, technischen und kaufmännischen Bereich. Sie wiesen darauf hin, dass gerade im gewerblichen Bereich bereits jetzt schon Bewerbungen für die 2017 beginnende Ausbildung abgegeben werden können. Ein Zwischenerzeugnis sei nicht erforderlich. Praktika werden angeboten.

Jürgen Melzner zeichnete seinen eigenen Weg vom Hauptschüler zum Diplom-Ingenieur (FH) nach. In seinem Vortrag betrachtete er die moderne Seite der Bauberufe. Die Digitalisierung habe längst Einzug gehalten. Vom Laser und über GPS-gesteuerte Baumaschinen bis zum Einsatz von Drohnen und 3D-Brillen komme die ganze Palette, die heute im Fokus der digitalen Welt steht, zum Einsatz. Hochkomplexe Maschinen verwandeln die Baubranche laut Melzner in ein anspruchsvolles Tätigkeitsfeld. Laserscanning, das digitale Vermessen von Gebäuden, helfe beim Abbruch und Wiederaufbau von Gebäuden. "Die digitale Darstellung von Gebäuden verhindert Fehler bei der Planung und Ausführung." Großbaustellen, bei denen früher etwas schief ging, gehören der Vergangenheit an, fügte Melzner an. Bestimmte Auftraggeber fordern sogar eine digitale Planung auch wegen des sich daraus zu erzielenden Mehrwerts an.

In Echtzeit abrufbar


Um die Kalkulation von Bauvorhaben transparenter zu gestalten, führt die Zentrale Kalkulation Hochbau die BIM-Methode (Building Information Modeling) ein. Die Mitarbeiter sind aktuell damit beschäftigt, die Grundlagen zu schaffen und testen Anwendungen für Pilotprojekte. Mit BIM entstehen dreidimensionale Bauwerksinformationsmodelle, die von der Kalkulationssoftware automatisch erkannt werden. Alle Daten zu einem Projekt sind dabei im Gebäudemodell verfügbar und in Echtzeit abrufbar. So erhöht sich die Mengensicherheit. Änderungen können eher nachvollzogen werden. Für die Baustelle werden erste Anwendungen getestet, um tagesgenau Baumaterialien zu planen und die Steuerung von Abläufen zu unterstützen.

Neben Länge, Breite und Höhe werden also auch Zeit und Kosten in die modellorientierte Planung integriert. Ziel der Einführung von BIM ist die Schaffung einer durchgehenden digitalen Kette von der Planung über den Bau bis zum Betrieb von Bauwerken. So ist es bereits in einer frühen Projektphase möglich, Handlungsalternativen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Kosten, Termine und Qualität zu bewerten.

In zwei Gruppen sammelte der Arbeitskreis sehr viel Wissenswertes über die Bauunternehmung. Dazu gehörte natürlich eine Betriebserkundung mit dem Leiter der zentralen Versorgung, Herbert Schinner.
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