Dekan Johann Klier referiert über "Kirche gesterbn und heute"
Glaube fördert Zusammenleben

Dekan Johann Klier. Bild: mez
Vermischtes
Immenreuth
14.10.2016
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"Die christliche Liebe vorleben": Diese Botschaft gab Dekan Johann Klier aus Selb den Zuhörern beim KAB-Vortrag im Pfarrheim mit auf den Weg.

Der KAB-Ortsverband und die Katholische Erwachsenenbildung Tirschenreuth hatten zum Vortag "Kirche gestern und heute" eingeladen. Vor rund 30 Zuhörern setzte der ehemalige Fichtelberger Seelsorger bei den Römern an, die den christlichen Glauben anerkannten und in die Länder brachten. Im Mittelalter übernahmen vor allem die Klöster diese Aufgabe. In der Kirche habe es immer ein Auf und Ab gegeben, meinte Klier. Auch die Reformation mit Martin Luther hatte einen Einfluss auf das Kirchenleben Man müsse die Entwicklung im Ganzen sehen und erkennen, was das Wesentliche am Glauben ist.

Die Zahl der Kirchgänger ist laut dem Dekan in den vergangenen 50 Jahren von über 10 Millionen auf mittlerweile 2,5 Millionen zurückgegangen. In der Diözese Regensburg besuchten immerhin noch 17 Prozent der Katholiken regelmäßig die Messe. Der Redner forderte seine Zuhörer auf, nach Gründen dafür zu suchen. Freizeitstress, Bequemlichkeit oder verkrustete Strukturen war hier zu hören.

Wer den Gauben ehrlich und ungezwungen in der Gemeinschaft erlebe, dem gehe vieles oftmals leichter von der Hand, warf der Theologe ein. Auch Pfarrvikar Pater Justin gab zu bedenken, dass Weltkonzerne ihre Beschäftigten zunehmend aus Ländern in Asien anwerben, weil sie sich dort die besseren Absolventen versprechen. Dies hänge auch damit zusammen, dass sich dort die Menschen ihrem Glauben eher verbunden fühlen.

Es sei ein Denkfehler gewesen, dass Religion und Glaube nicht wichtig seien für das menschliche Zusammenleben, ergänzte Klier. "Wir haben die Bedeutung von Religion unterschätzt, auch bei uns", zitierte der Geistliche Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Keiner müsse in Deutschland religiös werden, wenn er es nicht sei, oder in die Kirche gehen, wenn er nicht möchte. Kenntnisse über den christlichen Glauben und Tradition und über andere Religionen seien aber gerade in der heutigen Zeit sinnvoll und wichtig.

In der Kirche sei der einzelne Christ genauso wichtig wie die Oberen, kam Johann Klier auf seine Botschaft zurück. Er machte keinen Hehl daraus, dass er mit vielen auch neuen Aktionen von Papst Franziskus "sehr zufrieden" sei. Anfangen müsse aber jeder bei sich selber. Anhand eines kleinen Films über den Aufbau und die Feste des Kirchenjahres gab der Geistliche jedem Anwesenden die Möglichkeit, den christlichen Glauben wieder stärker in sein Leben einfließen zu lassen.
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