Ein Hoch auf den Pavillon

Gruppenbild mit Handwerkern: Jan-Marc, der "fremde Zimmerer" aus Niedersachsen, bezog alle Arbeiten der Wandergesellen in seinen originellen Richtspruch ein. Bilder: bkr (3)
Vermischtes
Immenreuth
19.09.2016
470
0
 
Mit einer ordentlichen Brotzeit bedankten sich die SPD-Gemeinderäte Jürgen Kreuzer (zweiter von links) und Ludwig Melzner (Zweiter von rechts) bei den Wandergesellen (von links) Max, dem "fremden Schmied", Stefanie, der "fremden Goldschmiedin" und Anika, der "fremden Tischlerin".

Totale Begeisterung. Lob, Bewunderung und Hochachtung ernteten die Wandergesellen des "Freien Begegnungsschachtes (FBS)" im SOS-Kinderdorf Oberpfalz. "Ich finde es klasse, was ihr in zwei Wochen bewegt habt", begeisterte sich Dorfleiter Holger Hassel nach dem Richtspruch für den neuen Pavillon.

Nur noch der Superlativ war beim Dorffest zu hören. Ein allerseits begeistertes "Hoch" ertönte auf die Wandergesellen und auf den von ihnen in einem sozialen Projekt geschaffenem Pavillon. Applaus gab es auch für den Lehmofen, den fahrbaren Grill, den Sichtschutz und das Buswartehäuschens bei der evangelischen Kirche. Der Dorfleiter gestand ein, bei der Vorstellung der Pläne zunächst skeptisch gewesen zu sein. Nun ist Hassel davon überzeugt, den schönsten Pavillon Deutschlands zu besitzen.

Der neue, achteckige Pavillon mit seiner meditativen Mandala-Dachkonstruktion ist ein Blickfang. Die offene Mitte des Daches lädt zum Verweilen ein. Sechs Meter Durchmesser, alles ist von Hand abgebunden. Die Wetterseite ist aus Lärchenholz, die afrikanischen Darstellungen an den Wänden sind aus Seekiefern. Das Maskottchen der Gesellen, der Elefant, kommt ganz groß heraus.

Alles ist wichtig


Zu der Mandala-Konstruktion sagt Jan-Marc, der "fremde Zimmerer" aus Niedersachsen, dass alle Sparen gleich wichtig sind, sie tragen gemeinsam die Last und stützen sich gegenseitig. Fehlt einer, bricht die Konstruktion zusammen. Beim Blick durch das freie Zentrum zum Himmel können die Gedanken in die Ferne reisen. Was noch fehlt ist die Dacheindeckung. Sie wird gespendet von der Baywa in Bayreuth.

Res, der "fremde Messerschmied" aus Bern und Dennis, der "fremde Schmied" aus Baden-Württemberg, heizten die Luxusausführung des von ihnen geschmiedeten fahrbaren Grills an. 40 Steaks können gleichzeitig brutzeln. Der Lehmofen, über ihn berichteten wir bereits, steht neben dem Pavillon. Ein filigran wirkendes, reich verziertes Häuschen schützt den nostalgisch wirkenden Ofen. Auch hier steckt viel handwerkliche Liebe im Detail. "Ich bin beeindruckt. Es ist echt gigantisch", schwärmte SPD-Gemeinderat Ludwig Melzner, selbst Zimmerermeister. Er stellte fest, dass die hier angewandten handwerklichen Techniken heute nicht mehr gelehrt werden. Zusammen mit seinem Fraktionskollegen Jürgen Kreuzer brachte er für die fleißigen Wandergesellen einen Gutschein für eine anständige Brotzeit und eine Kiste Bier mit.

Den Gerstensaft fand beim Richtspruch seinen Platz auf dem Dach des Pavillons. Jan-Marc sprach den Richtspruch. Er endete mit dem gemeinsamen Wandergesellenlied: "Roter Wein im Becher". Ihr 30. Jubiläum feierten die Wandergesellen des "Freien Begegnungsschachtes" im vergangenen Jahr. Oliver, der "fremde Kunstgießer", schuf dafür eine Erinnerungstafel. Sie wird künftig an den sozialen Einsatz der Truppe erinnern. Das soziale Engagement der jungen Handwerker verspätete den Beginn des Richt- und Dorffestes. Viele spendeten in Bayreuth Blut, auch deshalb, um niedrigere Gebühren für einen Erste-Hilfe-Kurs zu erhalten. Dorfleiter Holger Hassel sicherte die Übernahme zu.

Kaum Platz im Tuch


werden die Gesellen am 26. September wieder verlassen. Sie wandern weiter, jeder in eine andere Richtung. Ihr Gepäck tragen sie in einem Tuch. Anika, die "fremde Tischlerin", meinte: "Für Kosmetikartikel ist kein Platz, und das Geld gebe ich lieber für Essen aus."
Weitere Beiträge zu den Themen: Wandergesellen (5)SOS-Kinderdorf (14)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.