Familiengottesdienst zum 50-jährigen Bestehen der Christuskirche
Ort zum Wohlfühlen

Vikarin Kathrin Spies (stehend) hatte den Familiengottesdienst vorbereitet. Als sie zu den Gläubigen sprach, war die Fahne noch ganz. Kurze Zeit später knickte eine Windböe den Mast ab. Bilder: bkr (2)
Vermischtes
Immenreuth
20.06.2016
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Vor 50 Jahren errichteten die evangelischen Christen ein Gotteshaus auf dem festen Grund des Glaubens in der Kulmainer Straße. Sie war der Ersatz für die nach dem Zweiten Weltkrieg erstellte und baufällig gewordene Barackenkirche.

Mit einem lebendig gestalteten Familiengottesdienst gedachte die evangelische Pfarrgemeinde am Sonntag diesem Jubiläum. Pfarrer Dirk Grafe traf trotz der ständigen Wetterkapriolen eine mutige Entscheidung. Er verlegte den Gottesdienst ins Freie. "Die Kirche ist das Haus Gottes. Warum sind wir dann draußen?", fragte er und antwortete: "Die Natur ist das größte Haus Gottes. In der Kirche hätten nicht alle Platz."

So bauten Kinder und Gläubigen während der Feier eine eigene Kirche aus Lego-Steinen, die mit all dem beschriftet war, was an der Kirche und am Glauben wichtig ist. Aus vielen Klötzchen wuchs ein lebendiges Haus Gottes. "Es ist alles dabei. Schweindln und Kühe. Gott hat die ganze Welt geschaffen, und auch das, was die Kinder in ihr Haus Gottes gegeben haben", erfreute sich Pfarrer Grafe. Selbst eine Tankstelle fehlte dabei nicht.

In den Fürbitten hatten davor Mädchen und Buben gebetet, keine Mauern aufzubauen, die Türen zu öffnen und Menschen Schutz zu geben. Vielleicht war es dieser erbetene Schutz, der die hinter dem Altar aufgestellte Fahne bei einer Windböe exakt zwischen dem Altar und dem Posaunenchor fallen ließ. "Es ist nichts passiert", gab der Seelsorger erleichtert Entwarnung.

Grafe erinnert an die schwierige Entscheidung vor Jahrzehnten, ein festes Gotteshaus zu bauen. Es sei ein Ort geworden, zu dem die Menschen mit ihren Freuden und Sorgen kommen und sich an der Gegenwart Gottes erfreuen. Freud' und Leid führten hier zusammen. Das Haus Gottes sei immer für alle offen, hob er hervor. "Lobpreiset unseren Gott", stimmte dazu der Kirchenchor unter Leitung von Gertraud Burkhardt an. Der Posaunenchor Kemnath/Wirbenz/Immenreuth, dirigiert von Susanne Kropf, brachte mit ausgewählten Musikstücken die Freude des Tages zum Ausdruck. Tatjana Götzinger verlas das Evangelium. Alina Fenn und Steffi Danzer stellten die Fragen nach der Bedeutung des Glaubens für den Einzelnen und verteilten die Bausteine für die Kirche.

Die Kirche gebe ein Zuhause. Die Immenreuther Christuskirche sei eine kleine gemütliche Kirche, stellte Vikarin Kathrin Spies heraus. Sie hatte den Gottesdienst vorbereitet und sah in der Kirche eine Heimat von vielen Christen. Das angebaute Pfarrhaus sei in ein Gemeindehaus umgewandelt worden, um zusammen feiern zu können. Es sei ein Ort zum Wohlfühlen.

Wohlfühlen und gemeinsam feiern, dazu war nach dem Familiengottesdienst Gelegenheit. Der Garten der Christuskirche war sehr schnell für eine Familienfeier mit Mittagessen in einen gemütlichen Biergarten umgewandelt worden. Am Nachmittag gab es Kaffee und Kuchen sowie Spiele für die Kinder.
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