Gartenbauer erwarten durchschnittliche Ernte
Obstpresse steht nicht still

(Foto: dpa)
Vermischtes
Immenreuth
24.09.2016
127
0

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Nur sind es heuer ziemlich viele Früchte, die sich vorzeitig vom Ast "verabschieden". Den Grund für so viel Fallobst, kann Wilhelm König nur vermuten. Angst, dass deshalb die Pressanlage der Immenreuther Obst- und Gartenbauer vorzeitig stillsteht, hat er aber nicht.

Der Ehrenvorsitzende des Vereins erwartet vielmehr eine "durchschnittliche Ernte". Allerdings haben im Frühjahr die vielen Blüten besseres erwarten lassen. Doch dann folgte "eine lange nasskalte Periode, dadurch haben sich die Früchte nicht so entwickelt", erklärt der Ahornberger. Es gebe zwar viele Äpfel, doch ein Großteil sei faul oder wurmig.

Es soll Gebiete mit weniger Ertrag geben, allerdings habe er "nichts gehört, dass es schlecht wäre". Der fränkische Raum sei in diesem Jahr jedoch besser dran, aber auch im Raum Erbendorf und Krummennaab gebe es "relativ viel", und "sehr gut" schaut es laut König rund um Mehlmeisel und Fichtelberg aus. Das sei ungewöhnlich. Aufgrund der Höhenlage und der dadurch in niedrigeren Temperaturen wird dort das Obst normalerweise erst etwas später reif. Seiner Erfahrung nach kann "schon ein Grad mehr oder weniger", etwas mehr Regen in einem Gebiet oder ein Tag ohne Bienenflug einen Unterschied bei der Ernte ausmachen.

Auch dank der "sehr guten Erträge aus Mehlmeisel und Fichtelberg können wir pressen", freut sich der Obst- und Gartenbauer. Wie in den Vorjahren hatten König und seine Helfer für Mitte September den ersten Termin angesetzt. Der zweite ist am heutigen Samstag. Dann werden ab etwa 7 Uhr gut zwölf Stunden lang in zwei Vier-Mann-Schichten unter anderem Äpfel, Birnen, Weintrauben und Quitten - prinzipiell Obst ohne große Steine - gepresst.

Wie es in den nächsten Wochen dann weitergehen wird, kann König nicht sagen. Allerdings wird im Oktober in der Regel das meiste Obst zu der von ihm vor gut zehn Jahren initiierten Kelterei gebracht. Das Einzugsgebiet ist groß: Im Vorjahr verarbeiteten die Abfüllerinnen, Einträger und Maschinenführer Lieferungen von "über Bayreuth hinaus über Bad Berneck, Thierstein, Wunsiedel und Marktredwitz", erinnert sich König. Mittlerweile gebe es in Mitterteich und Haidenaab ähnliche Anlagen, doch diese werden den Immenreuthern seiner Meinung nach nicht das Wasser abgraben: "Es kommen immer wieder Neukunden."

Für den heutigen Samstag jedenfalls "sind wir voll", ebenso in der kommenden Woche. Daher denkt König, "dass es ganz normal laufen wird". Auch über den kommenden Monat hinaus. "Der Boskop wird erst Ende Oktober richtig reif und süß." Werden dann noch Äpfel angeliefert, hängt die Presse im November meist ein bis zwei Termine an.

AnmeldungWer sein Obst zu Saft pressen lassen möchte, benötigt einen Termin. Normalerweise läuft die Presse des Immenreuther Obst- und Gartenbauvereins samstags, weitere Tage sind - je nach Zahl der Anfragen - möglich. Anmeldungen nimmt Wilhelm König unter Telefon 09642/2661. (luk)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.