Gemeinsames feiern in der Familienferienstätte
Zuckerfest für alle

Viele Töpfe in einer der drei Küchen. Stundenlang haben die Frauen das Festessen vorbereitet. Bild: bkr
Vermischtes
Immenreuth
17.07.2016
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Über einhundert überwiegend muslimische Flüchtlinge feierten am Samstag das Zuckerfest zum Ende des Ramadan in der Familienferienstätte. Zu den dort untergebrachten 49 Asylsuchenden kamen ihre Schicksalsgenossen aus dem Kemnather Raum.

Das Fest diente gleichzeitig dazu, den bereits etablierten Helferkreis in der Familienferienstätte vorzustellen. An seiner Spitze Anita Heindl aus Kemnath. Zu den ehrenamtlichen Unterstützern gehört auch der Geschäftsführer des Hauses, Alfred Schuster, und seine Gattin Ursula. Fest integriert sind weiter Helga und Hans Schweizer, Elisabeth und Gunter Rath, Willy Merkl, Anneliese Scherm, Rosa Heindl und Gerhard Rippl.

Die Gruppe übernimmt Kinder- und Hausaufgabenbetreuung, Fahrdienste und Hausmeisterarbeiten oder repariert Fahrräder. Wo noch dringend Bedarf besteht, ist Deutschunterricht. Arabische oder kurdische Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich, betont Heindl. Durch das bereitgestellte Ausbildungsmaterial braucht nur die Aussprache überwacht werden.

Zu besetzen ist außerdem noch eine Halbtagsstelle für einen Sozialpädagogenzum zum Aufbau eines Helfernetzwerks. Die Stelle wird vom SOS-Kinderdorf getragen. Bewerbungen, so der Leiter des SOS-Kinderdorfs Holger Hassel, sind direkt dorthin zu richten.

Heindl brachte beim Helferfest zum Ausdruck, dass alle an der Integration interessierten Menschen im Helferkreis willkommen sind. Ob eine, zehn oder mehr ehrenamtliche Stunden in der Woche geleistet werden, ist egal. "Arbeit gibt es immer", lässt sie wissen und ein Anruf bei der Ferienstätte (Telefon 09642-409) genügt. Ein Rückruf ist garantiert, wenn das Telefon einmal nicht besetzt ist, versichert Heindl.

Den Wunsch, ihre Jugendarbeit auf die Familienferienstätte auszudehnen, richtete Heindl an die Vereine. Viele Kinder und Jugendliche warteten darauf, Fußball zu spielen oder Sport zu treiben.

Auf die Frage nach der Erfahrung mit den Flüchtlingen erwiderte Heindl: "Ich habe nur gute Erfahrungen und ein wirklich gutes Verhältnis." Vorurteile gegenüber den Flüchtlingen konnte sie noch nicht feststellen. Auch machten die Asylbewerber noch keine schlechten Erfahrungen. Was offen bleibt, sind die Auswirkungen der Anschläge von Islamisten in Frankreich, wie zuletzt in Nizza. Hier ist Heindl zuversichtlich. "Die ehrenamtlichen Helfer kommen wegen der Menschen", betont sie, und von Nizza befürchtet sie keine negativen Folgen.

Mit Männern machte die ehrenamtliche Helferin ihre eigenen Erfahrungen. Ihre Gewohnheit, keine Putzarbeiten in der Küche zu übernehmen, gewöhnte sie ihnen ab. Und putzen dürfen sie nach dem Zuckerfest ganz gewiss fleißig. In drei Küchen bereiteten die Frauen ein üppiges Mahl zu - Töpfe überall. In die Welt des arabischen Festessens tauchten neben den Helfern rund 30 Gäste aus der Bevölkerung, die Arbeiterwohlfahrt Tirschenreuth sowie Mittendrin und der Kinderschutzbund aus Kemnath ein. Bürgermeister Heinz Lorenz schaute ebenfalls vorbei.

Im BlickpunktIm März berichtete der NT über die grenzüberschreitende Holzfällaktion in dem zur Familienferienstätte gehörenden Wald. Rund 35 Föhren des Nachbargrundstücks fielen der Motorsäge zum Opfer. Vonseiten der Familienferienstätte ging ein Angebot zum Schadensausgleich an den geschädigten Waldbesitzer. Dieser akzeptierte das Angebot nicht. Eine Einigung steht noch aus. Die Arbeiten im Waldstück wurden eingestellt. Dafür gingen Käfer ans Werk: In den Rinden der abgesägten Nadelbäume mehren sich Bohrlöcher und Fraßgänge.

Zudem war aus unterrichteten Kreisen zu erfahren, dass das Landratsamt Tirschenreuth nicht beabsichtigt, einen zweiten Mietvertrag mit der Familienferienstätte abzuschließen, der die Unterbringung von 25 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zum Inhalt hat. (bkr)
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