Immenreuther nehmen Abschied von Johann Schäffler
Sozial und lebensfroh

Eine große Trauergemeinde begleitete den Sarg von Johann Schäffler zur letzten Ruhestätte auf dem Immenreuther Friedhof. Bild: bkr
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Immenreuth
29.02.2016
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(kr) Johann Schäffler fand am Freitag auf dem Friedhof seine letzte Ruhestätte. In der katholischen Pfarrkirche kamen die Vereine, Bürger und die Gemeinde zusammen, um Abschied zu nehmen und ihn auf dem letzten Weg zu begleiten. Den Lebensweg des Verstorbenen zeichnete beim Requiem Monsignore Heinrich Schäffler aus Wunsiedel nach. Er konzelebrierte mit Dr. Justin Kamwanya Kishimbe in der von der Chorgemeinschaft Immenreuth/Kemnath musikalisch gestalteten Totenmesse.

Der Geistliche hob, wie alle weiteren Redner, Schäffler als lebensfrohen und sozial engagierten Menschen hervor. Seine Jugendjahre verliefen jedoch anders. Seine Lehre im väterlichen Sägewerk unterbrach der Zweite Weltkrieg. Mit seinen Brüdern wurde er 1941 zum Kriegsdienst eingezogen. Während seine Brüder nicht mehr zurückkehrten, erreichte Schäffler nach seiner Entlassung aus kanadischer Gefangenschaft in Holland zu Fuß wieder die Heimat. Sein Vater war ein Jahr zuvor verstorben. Das von den Amerikanern zerbombte und abgebrannte Sägewerk baute er wieder auf. 1947 gab es für Menschen wieder Lohn und Brot. Von 1952 bis 1963 leitete er die Geschicke der Gemeinde als ehrenamtlicher Bürgermeister und vertrat von 1972 bis 1984 die Interessen der Bürger im Gemeinderat. Auch nach der Übergabe des Sägewerks 1991 konnte die "knorrige Eiche" die Arbeit nicht ruhen lassen. Aus seinem tief verwurztelten Glauben schöpfte er seine Kraft, erinnerte Monsignore Schäffler.

Den vorbildlichen Einsatz zum Wohle der Heimat hob Bürgermeister Heinz Lorenz ebenfalls hervor. Johann Schäffler werde in der Bürgerschaft weiterleben. Als Vorsitzender des Sportvereins sprach Lorenz die uneingeschränkte, bemerkenswerte Treue zum Verein an, die Vorbild für die Jugend sei. Mehrmals habe der Bayerische Landessportverband Schäffler ausgezeichnet, der Verein habe ihn zum Ehrenmitglied ernannt.

"Füreinander - miteinander" war das Motto des 94-Jährigen, so Manfred Pleier für die Freien Wähler über das Ehrenmitglied. Als solches gehörte er auch dem Sängerbund an. Dessen Vorsitzender Markus Schraml hob den verstorbenen Sangesbruder als das älteste und dienstälteste Mitglied hervor. Eine Singstunde zu versäumen, sei für Schäffler eine versäumte Freude gewesen.

67 Jahre gehörte er dem Feuerwehrverein an, verwies Armin Scheidler, und Dr. Klaus Kohlschmidt bezeichnete ihn als einen Kämpfer, der vor drei Wochen noch beim Kegelclub eine Kugel schob.

Gerne zum 95. Geburtstag von Johann Schäffler wäre der Vorsitzende der Krieger- und Soldatenkameradschaft Martin Schmid gekommen, um eine Geschichtsstunde zu erleben. Seine Gedanken und Erfahrungen wären gerade in der heute unruhigen Zeit eine Bereicherung. "Nie wieder Krieg", appellierte Johann Schäffler aus seiner Erfahrung als Fallschirmjäger im Zweiten Weltkrieg.
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