Junge Flüchtlinge legen vor Abschied noch Schwimmabzeichen ab
Mit Seepferdchen nach Wiesau

Vermischtes
Immenreuth
13.03.2016
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Abschied mit Urkunde: Am Freitag zogen die letzten 14 unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge von der Familienferienstätte nach Wiesau um. Bei einem Begegnungsnachmittag am Samstag hieß es Abschied nehmen. Die meisten von ihnen verlassen Immenreuth nicht ohne schöne Erinnerung: dem Seepferdchen von der Wasserwacht.

Die Aktion hatte zunächst schleppend begonnen. Anfang Oktober vergangenen Jahres erkundigten sich die Betreuer der im SOS-Kinderdorf Oberpfalz untergebrachten Flüchtlinge bei der Immenreuther Wasserwacht nach einer Schwimmausbildung. Lehrscheininhaber Johann Stiegler sagte sofort zu. Doch zur ersten Schwimmstunde war nur ein Jugendlicher gekommen. Dessen Begeisterung zeigte Wirkung. Bei der letzten Ausbildungseinheit am Freitag bestanden elf Jugendliche mit dem Sprung vom Drei-Meter-Brett das Seepferdchen. Dafür musste Johann Stiegler seine 40 Jahre Erfahrung als Schwimmlehrer an Schulen und bei der Wasserwacht einsetzen. "Die meisten hatten noch nie den Kopf im oder unter Wasser." Er lobte seine großen Schüler als sehr willig und voller Vertrauen. Spätestens nach der zweiten oder dritten Einheit schaffte es jeder, das Schwimmerbecken zu durchqueren.

Unter Applaus der rund 50 Asylsuchenden und Betreuer händigte Stiegler an acht die Urkunden und Stoffaufnäher aus.

"Keine goldene Nase"Wieder einmal war der Freizeitraum in der Familienferienstätte am Samstag Begegnungsstätte zwischen Asylsuchenden aus dem Kemnather Land und Wiesau. Geschäftsführer Alfred Schuster hofft bei der außerordentlichen öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am Dienstag, 18.30 Uhr, in der Aula des Schulzentrums auf grünes Licht für die Unterbringung von Flüchtlingen in seinem Haus. Dann würde sofort mit dem Umbau des Freizeitraums begonnen. Fünf Küchenelemente sollen eingebaut, Wände und Versorgungsleitungen verkleidet sowie ein abgetrennter Speiseraum entstehen.

Vorgesehen ist, zehn Apartments zu belegen. Die Flüchtlinge müssen sich laut Schuster selber versorgen. Zu bereits wieder kursierenden Gerüchten betonte er: "Wir (er und Peter Merkl als Gesellschafter) werden uns dabei keine goldene Nase verdienen". Schuster machte kein Geheimnis daraus, für die Bereitstellung der Unterkunft den normalen Mietpreis mit einem Aufschlag von 20 Prozent zu erhalten. (bkr)
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