Kreisobmann klagt über neuen Preisdruck der Lebensmittelmärkte
Nach der Milch nun beim Fleisch

Die neuen Obmänner und ihre Stellvertreter (sitzend von links) Alois Dumler, Hermann Melzner, Andreas Popp, Stefan Koschta, Martin Wolf, (stehend von links) Kreisobmann Ely Eibisch, Hans Richter, Alfred Lautenbacher, Ludwig Moller, Josef Heser, Konrad Merkl, Anton Dötterl, Ulrich Härtl und Markus Übelmesser. Bild: bkr
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Immenreuth
01.12.2016
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Zurückhaltend in ihrem Besuch waren die Mitglieder des Bayerischen Bauernverbandes am Dienstag. Probleme bei der Wahl der Obmänner und deren Stellvertreter gab es aber nicht.

/Kulmain. Zum Informationsabend im Immenreuther Feuerwehrgerätehaus hießen Kreisobmann Ely Eibisch und Geschäftsführer Ulrich Härtl gerade mal 14 Teilnehmer willkommen. Sie wählten als Obmänner, Stellvertreter und Beisitzer für die kommenden sechs Jahre: Lenau/Ahornberg: Vorsitzender Martin Wolf, Stellvertreter Josef Heser, Beisitzer Anton Dötterl; Gabellohe/Immenreuth: Vorsitzender Alois Dumler, Stellvertreter Konrad Merkl, Beisitzer Ludwig Moller; Kulmain: Vorsitzender Hermann Melzner, Stellvertreter Thomas Wörl; Zinst: Vorsitzender Stefan Koschta, Stellvertreter Martin Kellermann junior; Oberwappenöst: Vorsitzender Andreas Popp, Stellvertreter Alfred Lautenbacher, Beisitzer Hans Richter.

In zahlreichen Bildern erinnerte Eibisch an den Tag es offenen Hofes, Bauernmärkte, Seminare, Fischwochen, Schlepperturniere, Kindertage, Forsttag im Steinwald und Demonstrationen gegen die Agrarpolitik. Letztere bildete den Schwerpunkt der Informationen über sinkende Preise bei Fleisch und Getreide. Während sich der Milchpreis zurzeit stabilisiert, erhöhen die großen Lebensmittelmärkte den Druck auf die Fleischpreise. "Wir müssen uns mehr organisieren", appellierte Ely Eibisch aus diesem Grund.

Zum vierten Mal in Folge fällt der Getreidepreis durch Rekordernten auf dem Weltmarkt. "Die Preise waren noch nie so niedrig wie heute", klagte der Kreisobmann und sah ebenso besorgt auf das Energieeinspeisungsgesetz 2017. In der Zukunft werde es keine neuen Biogasanlagen mehr geben. Sie rentierten sich nicht mehr.

Düngeverordnung, Ausgleichszulage, Kulturlandschaftsprogramm und Nachhaltigkeitserklärung waren weitere Themenbereiche, die Landwirte belasten oder nicht ausreichend entlasten. Viele Forderungen von Umweltministerin Barbara Hendricks konnten durch massiven Einsatz abgewendet oder gemildert werden. Als Beispiel führte Eibisch das Programm zur Verminderung des Ausstoßes von Treibhausgasen an. Auf die Landwirtschaft entfalle mit sieben Prozent der kleinste Anteil, doch die großen Verursacher blieben außen vor. Verhindert werden konnte der geforderte "Sachkundenachweis für Tierhalter".

Kaputt macht laut Eibisch die Bauern auch das Vorkaufsrecht des Landratsamts bei Grundstücken. Landwirtschaftliche Flächen werden zerschnitten und stehen nicht mehr zur Verfügung. Diese Entwicklung und um die Forderungen der Landwirtschaft besser bei den Kommunen und in der Politik darzustellen, werden im kommenden Jahr Gemeindevertreter und Koordinatoren gewählt und neu in die Verbandsstruktur des Bauernverbandes aufgenommen. Breiten Raum nahm der geplante Bau der Gleichstromtrasse ein. Hier stellte sich nicht nur die Frage nach der Entschädigung und den wiederkehrenden Leistungen, sondern nach der Notwendigkeit überhaupt. Eibisch befürchtet ein "Umfallen" der Kommunen. Erdkabel bezeichnete er in ihrer Auswirkung schlimmer für die Landwirte als Masten.
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