Leiter Holger Hassel erklärte Lehrerverband Konzept des SOS-Kinderdorfes
Lebensperspektive entwickeln

"Durch vielfältige Angebote bieten wir unseren Kinder und Jugendlichen einen Ort der Begegnung, des Wohnens, der Betreuung, des Lernens und des Begleitens bis zur Selbständigkeit", erklärte Kinderdorfleiter Holger Hassel (Zweiter von rechts) den Mitgliedern des BLLV-Kreisverbandes Kemnath. Bild: jzk
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Immenreuth
04.06.2016
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Immenreuth/Kemnath. Seit dem Baubeginn 1963 ist das SOS-Kinderdorf in Immenreuth über 500 Mädchen und Buben zur Heimat geworden. In 126 weiteren Einrichtungen in 42 Ländern werden 178 000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene betreut.

Regelmäßig besuchen Schüler aus dem SOS-Kinderdorf "Oberpfalz" die umliegenden Schulen in Kemnath, Kulmain und Immenreuth. Deshalb entschloss sich der Kreisverband des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), diese Einrichtung zu besichtigen. Leiter Holger Hassel informierte die 13 Gäste.

Die Betreuung in derzeit acht Kinderdorffamilien mit jeweils fünf Plätzen biete Kindern und Jugendlichen eine in der Regel längerfristig angelegte Lebensgemeinschaft außerhalb ihres Elternhauses, erklärte Hassel. Jeder Kinderdorffamilie stehe ein eigenes Haus zur Verfügung. Auf dem Gelände befinden sich außerdem drei Wohngruppen mit je acht Kindern zwischen 2 und 15 Jahren und fünf Erzieherinnen im Schichtdienst. Diese nehmen Kinder auf, deren Lebensumfeld von Belastungen gekennzeichnet ist und denen somit keine angemessene Persönlichkeitsentwicklung garantiert werden kann.

"Unser Ziel ist es, die Kinder wieder dauerhaft in ihre Familien zurückzuführen beziehungsweise mit ihnen, den Erziehungsberechtigten und den Fachdiensten der Jugendämter eine neue Lebensperspektive zu entwickeln", betonte Hassel. Kinder mit Entwicklungsrückständen oder Verhaltensauffälligkeiten werden in der Heilpädagogischen Tagesgruppe betreut und individuell gefördert. Außerdem gibt es ambulante flexible Hilfen, Jugendsozialarbeit an vier Schulen sowie Kunst- und Kulturveranstaltungen. Angegliedert sind eine Wohngruppe in Bayreuth und eine heilpädagogische Tagesgruppe in Tirschenreuth. "Zurzeit betreuen wir insgesamt 95 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene", darunter 14 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge. 65 Personen, davon 40 Erzieherinnen, sind in Immenreuth beschäftigt.

Beim Rundgang sahen die Lehrer diverse Spiel- und Sportplätze, Werk-, Bastel- und Musikräume, eine Turnhalle und eine Seifenkistenwerkstatt. Beim Beisammensein beantwortete Holger Hassel alle Fragen. Kreisvorsitzende Martina Thöns dankte ihm mit einer Spende.
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