Monika Enders-Dechant erklärt bei der KAB die Bedürfnispyramide
Lieben und geliebt werden

Monika Enders-Dechant. Bild: mez
Vermischtes
Immenreuth
05.08.2016
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Einen erfrischenden Vortrag zum Thema "Der Mensch bleibt auf der Strecke" bot die KAB im Saal des Pfarrheims an. Diplom-Theologin Monika Enders-Dechant verdeutlichte, auf was es im Leben wirklich ankommt und was man selbst dafür tun muss.

Die Gesellschaft sei ständig und immer schneller Veränderungen unterworfen, bei der immer mehr Menschen drohten, auf der Strecke zu bleiben, meinte die Referentin. Dies habe oft Stress im Beruf und im privaten Umfeld zur Folge. Dies wiederum könne Krankheiten auslösen, die sich vor allem auf die Seele auswirken. Enders-Dechant warnte davor, sich seinem Schicksal zu ergeben. Dadurch werde die Situation nur noch schlimmer. Spiritualität und Religiosität böten eine Hilfe, wieder auf die richtige Bahnen zu kommen und den eigentlichen Sinn des Lebens zu erkennen.

Drei Bausteine


Als eine Art Anleitung dient die Maslowsche Bedürfnispyramide, die auf drei Bausteinen aufgebaut ist. Auf der ersten Stufe werden die Grundbedürfnisse wie Bewegung, Nahrung, Schutz und Gemeinschaft befriedigt. Wem dies fehle, gelange nicht bis zur dritten Stufe, betonte die Referentin.

Bei jedem Menschen, der in der zweiten Stufe seine Persönlichkeitsentwicklung durchlebt, finden hingegen Entwicklungsbedürfnisse statt, angefangen vom Kleinkind über die die Pubertät bis ins Erwachsenenalter. Je positiver eine solche Entwicklungsstufe verlauft, desto besser gestaltet sich das weitere Leben. Wem Positives widerfahre, gebe dies gerne an andere weiter. Deshalb lohne es sich immer wieder, an sich und seinem Ego zu arbeiten. Ellenbogen auf Kosten anderer einzusetzen, sei hier fehl am Platz, betonte Enders-Dechant. Auch Kränkungen oder ähnliche Vorkommnisse hemmten eine positive Entwicklung.

Anerkennung tut gut


Der Mensch strebt in der zweiten Stufe nach Macht, Anerkennung und Selbstwert, um sich weiter zu entwickeln. "Anerkennung tut uns allen gut", erklärte die Rednerin. Sie sollte deswegen von innen her wachsen und nicht nur von außen erwartet werden. Rituale und ein regelmäßiger Tagesablauf könnten Stützen sein, hier den rechten Weg zu gehen.

Wer mit sich selbst und der Umwelt im Reinen sei, erreiche die letzte Stufe der Maslowschen Bedürfnispyramide. Hier finde man den Sinn des Lebens, der mit den einfachen Worten "Lieben und geliebt werden" umschrieben werden könne, erläuterte die Rednerin. Deswegen diene Jesus als Vorbild und Richtschnur, "dem wir in unserem Tun und Denken nachfolgen sollen".

Entscheidungen zu treffen, gebe Freiheit, auch wenn sie Verzicht auf andere Möglichkeiten bedeuten. "Wir gewinnen aber wieder Orientierung und neue Wegstrecken auf unserem Weg zu Gott", schloss die Referentin ihren Vortrag. Bei der anschließenden Diskussion empfahl die Referentin, Zeit für sich selbst zu reservieren, den Freundeskreis bewusst zu pflegen und eine Krise auch als Chance zu verstehen. KAB-Ortsvorsitzende Claudia Porst dankte Enders-Dechant mit einem kleinem Präsent.

Einfach mal auf's Handy verzichtenNützliche Tipps für den Alltag gab Monika Enders-Dechant den Zuhörern mit auf den Weg. Die neuen Medien, vor allem das Smartphone, erzeugten oftmals Getriebenheit, die nicht nur der Gesundheit schade. "Wir müssen nicht immer und überall erreichbar sein." Ständige Verfügbarkeit erzeuge auch Stress. Es spreche nichts dagegen, Whatsapp-Gruppen einfach einmal lautlos zu stellen. Wenn das Smartphone piepse, sei man mit den Gedanken schon nicht mehr beim Gegenüber, der aber die volle Aufmerksamkeit verdient habe.

Enders-Dechant schlug vor, am Tisch beim Essen das Handy weit weg zu legen und das Gerät vielleicht sogar ganz stumm zu schalten. "So bleiben Sie leichter und bewusster bei der Sache für sich und Ihre Umwelt, um die Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale Ihres Gegenübers besser zu erkennen und zu verstehen." (mez)
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