Nachbarn einer Pferdepension beklagen Geruch und Lärm
Anwohnern stinkt’s

Vom Friedhof kommend führt die Erschließungsstraße zur Staatsstraße 2177 im Alten Dorf und vorbei an der Mistanlage. Auch wenn sie regelmäßig alle drei bis vier Monate entsorgt wird, bleiben Geruch und Fliegen während der warmen Jahreszeit. Bild: kr
Vermischtes
Immenreuth
25.06.2016
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Die Landwirtschaft und bäuerliche Anwesen prägten einst den Ort. Sie sind fast gänzlich einer Wohnbevölkerung gewichen. An einer Hand können heute die Betriebe mit Feldbau und Tierzucht abgezählt werden. Mitunter sorgen sie nun für Konfliktstoff.

Der Gemeinderat wird sich im Juli mit zwei Tekturplänen und einem Bauplan der Pferdepension "Stall Steinäcker" beschäftigen. Bei der Entscheidung hat das Gremium auch Einwendungen und Beschwerden zu berücksichtigen.

Vor zwei Jahren durfte der Besitzer zwei Pferdeställe bauen und das Mistlager erweitern. Das Landratsamt verfügte aber, dass statt 20 vorgesehenen nur 15 Tiere untergebracht werden dürfen. An der Stelle eines abgerissenen Stadels steht nun ein Pferdestall aus Stein und Beton. Mehr Pferde bedingten ebenso ein größeres Mistlager. Es misst nun acht mal acht Meter und hat das vorgeschriebene Fassungsvermögen von 90 Kubikmetern. Hinzugekommen sind Paddocks.

Durch die neue Anlage und die gestiegene Anzahl der Tiere fühlen sich Anlieger beeinträchtigt: Geruchsbelästigung durch das Mistlager, nächtliche Schläge der Pferde gegen die Stallwände und von den Paddocks verwehtes Stroh. Damit verbunden ist der sinkende Mietwert von Wohnungen und der Immobilien, wird in einem Gespräch mit unserer Zeitung vorgebracht. "An manchen Tagen ist es unerträglich", meint eine Anwohnerin, die sich bereits einen ruhigeren Platz statt ihres Schlafzimmers gesucht hat.

"Der Misthaufen ist ein großer Streitpunkt", räumt Bürgermeister Heinz Lorenz ein. Bei der Erschließung des Baugebiets Steinäcker verbreitete sich die Verkehrsfläche beim Ausbau der Straße und beim Anlegen eines Gehweges um drei Meter zur Stallung hin. Gleichzeitig vergrößerte sich die Mistanlage Richtung Straße und rückte direkt an den Gehsteig heran. Ein Umstand, der bereits Thema in der Sitzung des Gemeinderates im Dezember war.

Das dürfte aber weiter die Behörden beschäftigen, ist sich Bürgermeister Lorenz sicher. Dem nachbarrechtlichen Emissionsschutz müsse der Pensionsstall noch angepasst und der Nachbarschutz beachtet werden. Für die Gemeinderatssitzung im Juli lägen Tekturpläne für den alten Pferdestall und der Pferdeführanlage sowie der Bauantrag für die Koppelanlage vor.

Die Pferdepension war schon immer ein landwirtschaftlicher Betrieb im Mischgebiet. Seit 1980 werden hier Pferde gehalten, erklärt deren Besitzer. Mit den Einwendungen sieht er die berufliche Zukunft seiner Tochter beeinträchtigt. Die Pferdebetriebsmeisterin soll den Betrieb einmal übernehmen. Der Reitstall verweist darauf, dass die bestehenden Gebäude und Anlagen von den Fachbehörden abgenommen wurden und alle Emissionsschutzauflagen erfüllt sind. Nicht möglich sei zurzeit, Stroh aus den Paddocks durch Netze aufzufangen. Pferde würden die Netze zerreißen. Eine Lösung sei in Sicht, so der Reitstallbesitzer. Eine Einzäunung wird das Problem lösen. Wann, ist aber noch offen. Verwiesen wird auch darauf, dass die Baumaßnahmen noch nicht abgeschlossen sind. Danach sollten einige Probleme entfallen.

Wie seine Kritiker bedauert auch der Reitstall Steinäcker die verlorengegangene Gesprächsbereitschaft.
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