Schulung für Kommandanten auf den gesamten Landkreis
Anrufe aus Hosentasche eine Last

Vermischtes
Immenreuth
11.03.2016
23
0

Die Feuerwehren gewährleisten die Sicherheit der Bürger. Über ihre originäre Aufgabe, Feuer zu löschen und vorbeugenden Brandschutz zu leisten, sind sie längst hinausgewachsen. Technischer Fortschritt verlangt eine ständige Anpassung, wie sich bei der Schulung der Kommandanten des Landkreises wieder zeigte.

/Tirschenreuth. Getrennt nach West, Mitte und Ost waren die Bereiche der Kreisbrandinspektoren zur eintägigen Frühjahrsschulung nach Immenreuth eingeladen. Aktuelle Themen und Neuigkeiten standen auf dem Stundenplan. Kreisbrandrat Andreas Wührl informierte über künftige Entwicklungen (wir berichteten).

Digitalfunk bald überall


Für die Oberpfälzer Wehren bleibt die noch nicht vollzogene Umstellung von Analog- auf Digitalfunk ein Thema. 90 Prozent der Handfunkgeräte im Landkreis sind bereits ausgetauscht. 70 Prozent sind es bei den Geräten in den Fahrzeugen. Die Umrüstung werde in absehbarer Zeit abgeschlossen sein, teilte Wührl mit. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Integrierte Leitstelle (ILS) einen weiteren Anstieg der Einsätze bei den Rettungsdiensten. Flächenbrände aufgrund der Trockenheit und Wespen machten das Gros aus. Bei der ILS gehen täglich aber auch bis zu 25 sogenannte "Hosentaschenalarme" durch versehentlich aktivierte Handys ein und belasten die Einsatzzentrale enorm. Deshalb kam die dringende Bitte, die Tastensperre einzuschalten.

Den Feuerwehrbedarfsplänen galt das Augenmerk der Kreisbrandinspektoren Lorenz Müller (Ost), Stefan Gleißner (Mitte) und Otto Braunreuther (West). Sie zu erstellen sind grundsätzliche Aufgabe der Gemeinden. Lücken in der Ausrüstung sollen sie schließen, ein Übersoll vermeiden und auf den Personalbedarf abgestimmt sein. Gefragt ist dabei die interkommunale und landkreisübergreifende Zusammenarbeit, damit immer geeignete Mittel zur Verfügung stehen. Feuerwehreinsätze können auch mit bösen Überraschungen enden. Zum Beispiel dann, wenn Löschmittel in das Wassernetz zurückfließen. Um einen solchen "Treffer" zu verhindern, wurde den Teilnehmern ein einfaches Bauteil präsentiert, das den Rückfluss in das öffentliche Wassernetz verhindert.

Unterschiede bei Bindemittel


Eine Stunde Aufmerksamkeit forderte der Einsatz von Ölbindemittel. Die Beseitigung von Ölspuren fällt zwar nicht in den Aufgabenbereich der Feuerwehren, aber man verlässt sich dabei auf sie. Auf die Straße streuen und zusammenkehren, damit alleine ist es nicht getan. Das richtige Mittel muss es sein. Entsprechend stellten die Referenten den Kommandanten die Zusatzbezeichnungen vor und behandelten die Einsatzmöglichkeiten auf dem Land und im Wasser, die Entsorgung der Bindemittel sowie die aus ihnen resultierenden Gefahren.

Kreisbrandrat Hermann Schreck aus Bayreuth ließ seine Erfahrungen aus dem Absturz mit dem Kampfjet F 16 nahe Engelmannsreuth Revue passieren. Nicht unbedingt in guter Erinnerung hat er die gemachten Erfahrungen mit den amerikanischen Militärs.

Tiefe Spuren hinterlassen bei den Rettungskräften oft Ereignisse mit Todesopfern oder Schwerverletzten. Pfarrer Johannes Lukas blickte aus diesem Grund auf die Stressbewältigung nach belastenden Einsätzen. Er brachte einen Leitplan für die "Psychosoziale Notfallversorgung von Einsatzkräften" nach belastenden, massiven psychischen Stress auslösenden Ereignissen mit.

Kinder auf VormarschErfreulich ist die Entwicklung bei den Kinderfeuerwehren. Eine Bestandsaufnahme machte Kreisbrandrat Andreas Wührl. Demnach zählt der Bereich West zurzeit sieben Kinderfeuerwehren mit 90 Mädchen und Buben. Alleine die kürzlich erfolgte Neugründung der Kinderfeuerwehr der gastgebenden Gemeinde Immenreuth erbrachte 45 junge Feuerdrachen. Je drei Kinderfeuerwehren zählen die Bereiche Mitte und Ost mit 23 und 26 kleinen Floriansjüngern. (bkr)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.