Schwarzkittel und Liebespärchen machen Jagdpächter Josef Dötterl das Hobby schwer
Wildes Treiben im Revier

Vermischtes
Immenreuth
03.03.2016
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Punreuth. Wildschweine, Winterdienst fürs Tete-à-Tete, verdichtete Maisbepflanzung, ein Genosse, der sich gemobbt fühlt, und kaputte Wege: Die Themen in der Jagdversammlung im Feuerwehrgerätehaus in Plößberg konnten unterschiedlicher nicht sein.

Dennoch waren alle Punkte innerhalb einer Stunde abgehandelt. Für einen zügigen Verlauf sorgte Jagdvorsteher Anton Dötterl. Seine Hoffnung, das interkommunale Kernwegenetz könnte eine Verbesserung für die Flurbereinigungswege bringen, hat sich nicht erfüllt und wird sich auch nicht so schnell verwirklichen lassen. Bürgermeister Heinz Lorenz informierte, dass nur die Straße von Punreuth über die Solaranlage bis zur Lenauer Straße im Kernwegenetz mit der Prioritätsstufe 3 enthalten sei. Der Schaden des beim Bau der Solaranlage ramponierten Flurbereinigungswegs sei im April beglichen worden, informierte Dötterl.

Allerdings stehen noch Sanierungsarbeiten aus. Dazu liegt ein Angebot vor, das an den Betreiber der Solaranlage Enerparc aus Hamburg weitergeleitet wurde. "Wir warten jetzt auf das Okay, dass die Schäden repariert werden können", informierte Lorenz.

Schäden beglichen


Ihr Unwesen im Revier treiben Wildschweine. 13 erlegte Pächter Josef Dötterl im abgelaufenen Jagdjahr. Er glich die entstandenen Schäden allesamt aus. Noch nicht aufgenommen sind die im Herbst verursachten Wühlereien auf den Wiesen. Die Ernteverluste in den Maisfeldern bewegen sich noch in tolerierbaren Grenzen. Die Felder würden aber immer mehr und seien schlecht zu bejagen, führte der Jagdpächter aus. Er hofft, dass die Schwarzkittel dort nicht einbrechen.

Die Jagdgenossenschaft überlegt deshalb, eine Wildschadenversicherung abzuschließen. Noch besteht kein Anlass dafür. Jedoch ist aufgrund der milden Winter eine zunehmende Wildschweinpopulation mit steigenden Schäden zu befürchten. Dank guter Bejagung könne der Bestand niedrig gehalten werden, erklärte Anton Dötterl. Der Abschuss beim Rehwild wurde erfüllt, neun Füchse, ein Dachs und 34 Eichelhäher erlegt, teilte der Jagdpächter mit. Ihm steht bis zum Ablauf des Pachtvertrages 2022 künftig Michael Schreyer aus Ahornberg als gleichberechtigter Mitpächter zur Seite. Gegen die Änderung des Pachtvertrages stimmte nur ein Genosse.

Josef Dötterl bedauerte, dass bei der Mahd vier Rehkitze getötet wurden, vier konnten rechtzeitig gerettet werden. Er bat darum, nicht alle Wiesen auf einmal zu mähen, damit alles abgesucht werden kann.

Eher zur heiteren Seite gehörte der Hinweis auf Störungen der Jagdausübung in Winternächten. Liebespärchen schätzen nach den Worten des Jagdpächters auch die vom Schnee befreiten Waldwege. Die Jagdgenossenschaft nimmt es gelassen. Damit dem Jagdpächter nicht der Weg versperrt wird, wurden beim Schneeräumen gleich Parkbuchten für die vertrauten Stunden angelegt.

Über heruntergerissene Wildschutzzäune beschwerte sich ein Jagdgenosse. Er vermutete darin vorsätzliches Handeln aus den Reihen der Jagdgenossen, von denen er sich gemobbt fühlt.
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