Tafeln keine reinen Versorgungsstationen
Zu Essen und Kontakten verhelfen

Stellvertretender KAB-Diözesanvorsitzender Gero Utz (stehend) erklärte den Vertretern der Ortsverbände, mit welchen unterschiedlichen Problemen die Tafeln vor Ort konfrontiert sind. Bild: mez
Vermischtes
Immenreuth
10.11.2016
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Für Gero Utz sind Tafeln mehr als nur günstige Versorgungsstationen für Arme. Sie förderten durch das Zusammentreffen Gleichgesinnter die Milderung der alltäglichen Sorgen, erklärt der Sozialpädagoge.

Er war Hauptreferent beim Schulungstag der KAB-Ortsverbände des Kreisverbandes Kemnath im Pfarrheim Immenreuth. Kreisvorsitzender Josef Kohl aus Kirchenlaibach stellte den Redner vom Caritasverband Regensburg vor. Dieser beherrsche nicht nur die Theorie der Tafeln in- und auswendig, sondern kenne durch sein ehrenamtliches Engagement bei der Schwandorfer Tafel auch die Praxis mit all ihren Problemen.

Kreispräses Pfarrer Johann Riedl wies zunächst darauf hin, dass die Idee der Tafel über 3000 Jahre alt sei. Bereits das Alte Testament fordere mehrmals auf, denen, die an Mangel leiden, zu helfen. Mit der Einführung der Tafeln vor rund 25 Jahren sei diese Form des gegenseitigen Helfens neu belebt worden.

Utz zeigte anhand der "Bedürfnispyramide" auf, dass an der Spitze die Not an Essen, Trinken und Kleidung stehe, die die Tafeln mindern soll. Aber auch das Bedürfnis an Sicherheit, sozialen Kontakten, Wertschätzung und der Selbstverwirklichung dürfe nicht unterschätzt werden.

Nur wenig Missbrauch


Wer sich dazu überwindet, zur Tafel zu gehen, sollte nicht in erster Linie über seine Bedürftigkeit befragt werden, meinte der Redner. Die Nachweisregeln seien bei den etwas über 1000 Tafeln in ganz Deutschland zudem äußerst unterschiedlich. Sicher werde immer wieder einmal Missbrauch betrieben, doch halte sich dieser in sehr engen Grenzen.

Die Tafeln leben ausschließlich von der Ehrenamtlichkeit und von der Spendenbereitschaft der Firmen oder Märkte. Zur Verteilung kommen grundsätzlich Waren, deren Haltbarkeitsdatum kurz vor dem Auslaufen sei. Diese geben die Zentrallager der Supermärkte oder Großbäckereien kostenlos ab. Manche Tafeln verlangen zur Deckung ihrer Kosten wie Miete, Strom oder Fuhrpark für die Einsammlung der Waren einen Fixbetrag von zwei oder drei Euro. Wieder andere stellen selber Essenspakete zusammen und verteilen diese.

Die Abgabe der Waren ist laut Utz sehr abhängig vom Angebot der Abgeber. So ist es fast unmöglich, feste Vorgaben für den Betrieb einer Tafel zu machen. Es komme sogar vor, von Geldspenden Waren zuzukaufen, was der Redner selber aber strikt ablehne.

Kreisvorsitzender Josef Kohl dankte dem stellvertretenden KAB-Diözesanvorsitzenden mit einem Geschenk für seine Ausführungen. Dem Ortsverband Immenreuth dankte er für die Organisation und Verpflegung. Weiter bat er die anwesenden KAB-Gruppen, mit Kreiskassier Alois Melzner die Abrechnung des Zuschusses für die einzelnen Veranstaltungen vorzunehmen, die über die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) laufen.

Zum Abschluss gab Kohl noch den Termin für die Kreisversammlung mit Neuwahlen am 28. April 2017 im Pfarrheim in Kastl bekannt.
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