Prosch kehrt zurück
Neuer Job bei Markgraf

Den Habit hat Florian Prosch abgelegt, das Kloster verlassen: Künftig trägt er Sakko und arbeitet für die Rainer-Markgraf-Stiftung. Bild: hfz
Wirtschaft
Immenreuth
23.02.2016
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Vier Monate war es still um Florian Prosch. Ab 1. März kehrt der einstige Leiter der Speinsharter Begegnungsstätte ins Rampenlicht zurück. Der frühere Pater Lukas wird sich für die Rainer-Markgraf-Stiftung um Wirtschaft und Bildung in der Region kümmern.

Florian Prosch hat eine neue Aufgabe: Ab 1. März arbeitet er für die Rainer-Markgraf-Stiftung. Der 2015 verstorbene Unternehmer hat diese im Sommer 2014 gegründet. Die Stiftung will "einen Beitrag leisten zur Zukunftssicherung der Regionen Oberfranken und Oberpfalz durch Stärkung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes", heißt es im Stiftungszweck.

"Keinen Besseren"


"Meine Aufgabe wird es sein, Kontakte zu knüpfen, Netzwerke zu pflegen, Förderanträge vorzubereiten und Projekte zu begleiten", sagt der 35-Jährige. Dabei wird er vor allem mit Manfred Thümmler zusammenarbeiten. Der frühere Bürgermeister von Pegnitz ist als Vorstand für das operative Geschäft der Stiftung zuständig. "Ich übe diese Aufgabe ehrenamtlich aus und freue mich über die hauptamtliche Unterstützung." Prosch sei eine "überzeugende Persönlichkeit", erklärt Thümmler. "Ich kann mir keinen Besseren für diese Aufgabe vorstellen." Vor allem für den Kontakt zu den Universitäten und Hochschulen in Oberfranken und der Oberpfalz werde sein neuer Mitarbeiter zuständig sein.

Neue Herausforderung


Bei dieser Aufgabe wolle er von seinen Erfahrungen der vergangenen fünf Jahre profitieren. Dennoch sei die Aufgabe eine völlig andere als er sie als Leiter der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart zu erfüllen hatte. "Ich freue mich auf die neue Herausforderung." Diese wird mit einiger finanzieller Verantwortung verbunden sein: Im Jahr 2015 gab die Stiftung für ihre Zwecke einen niedrigen sechsstelligen Euro-Betrag aus, berichtet Thümmler.

Viel ZuspruchProschs Rückzug aus Speinshart sorgte im Oktober 2015 für Aufmerksamkeit. Probleme mit dem Zölibat und anderen Ordensregeln führte er damals als Gründe für sein Ausscheiden aus dem Prämonstratenser-Konvent an. Gleichzeitig legte er sein Amt als Leiter der Internationalen Begegnungsstätte nieder. "Die Entscheidung habe ich nicht bereut", sagt er heute. Inzwischen lebt er in Bayreuth, sein Herz schlägt weiter für Begegnungsstätte und Förderverein des Klosters. Für beide stand er in den vergangenen Monaten als Ratgeber zur Verfügung.

Aus der Öffentlichkeit hatte er sich ansonsten zurückgezogen. Dennoch habe er viele Rückmeldungen zu seiner Entscheidung erhalten, allesamt seien sie positiv ausgefallen, blickt Prosch zurück: "Es gab keine Vorwürfe, nur Bedauern und viel Verständnis. Das hat mir sehr gut getan." Auch Irene Markgraf habe sich gemeldet und ihn unterstützt.

Der Kontakt zur Familie Markgraf bestehe aber schon länger. Irene und ihr verstorbener Mann Rainer waren enge Freunde des Klosters und der Internationalen Begegnungsstätte. "Ihnen lagen Kloster und Begegnungsstätte ebenso am Herzen wie mir", sagt Prosch. Aus den guten Kontakten habe sich nun die neue Aufgabe ergeben. (wüw)
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