Steigerung der Einwohnerzahl für Irchenrieth prognostiziert
Stadtnah und bezahlbar

Wer die Wahl hat, hat die Qual, nicht nur bei den Fußböden. Michael und Nadine Zweers (rechts) hatten die Wahl und haben sich mit ihren kleinen Söhnen für Irchenrieth als neue Heimat entschieden. Die im Landkreis am schnellsten wachsende Kommune punktete bei der Familie mit guter Infrastruktur und günstigem Bauland. Bild: fz
Kultur
Irchenrieth
27.09.2014
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Auch eine Behörde kann sich irren. Das Statistische Landesamt prognostizierte 2009 für Irchenrieth eine Steigerung der Einwohnerzahl auf 1300, aber erst im Jahr 2021. Diese Grenze hat die Kommune vergangene Woche geknackt. Sieben Jahre früher.

69 Bauplätze verkaufte die am stärksten wachsende Gemeinde im Landkreis in den vergangenen sechs Jahren. Was macht die Kommune derart interessant? Georg Holzinger zog mit seiner Frau Ulrike Demel und seinem Sohn Anfang September ins neue Haus. Sie kommen ursprünglich aus Kelkheim bei Frankfurt. Holzinger arbeitet seit 2004 bei einer Flosser Firma. Die Woche über hatte er bisher im "Weißen Rößl" in Floß gewohnt. Vor einem Jahr hat sich das Paar grundsätzlich zum Umzug in die Oberpfalz durchgerungen.

Flexibler öffnen

Warum dann nicht nach Floß? "Wir wollten stadtnah wohnen. Weiden-Ost war uns zu teuer, Irchenrieth perfekt", antwortet das Paar. Dass sie in einem reinen Neubaugebiet wohnen, sehen sie sogar als Vorteil. "Hier sind alle neu, und die finden sich zusammen."

Markus und Andrea Hemmer sind vor einem Jahr aus dem Landkreis Lichtenfels nach Irchenrieth gezogen. Zwei Kinder bringen Leben in ihr neues Heim, ein drittes ist unterwegs. Hemmer unterrichtet seit 2008 an der Berufsschule Weiden, seine Frau arbeitet im Klinikum Weiden. "Wir haben überall in der Umgebung, in Mantel, Schirmitz oder Pirk, nach Bauplätzen gesucht", erzählen sie. Nirgends hätten sie ihre Vorstellungen verwirklichen können. In Irchenrieth haben sie zwei Bauplätze zu einem zusammengelegt und ihre Ortswahl bisher nicht bereut. Ein paar Wünsche hat Andrea Hemmer dennoch: zum Beispiel Kinderturnen am Ort, flexiblere Öffnungszeiten des Kindergartens und die Widmung der Siedlungsstraßen zu Spielstraßen.

Dr. Kurt Beyser ist mit Ehefrau Gudrun und den beiden Kindern vor einem Jahr ins neue Haus übersiedelt. Der Biologe in einem Weidener Labor und die Lehrerin an der Realschule in Kemnath kamen vor zwölf Jahren aus Kassel in die Oberpfalz und wohnten vorher in Rothenstadt.

"Wir wollten ein Haus bauen und haben gesucht", berichtet das Paar. "In Rothenstadt war nichts zu kriegen, Weiden-Ost war zu teuer, in Mantel waren die schönsten Plätze weg." Dann haben die Beysers von Irchenrieth gehört und sich einen Platz fast im Grünen reserviert. "Wir konnten hier bauen, wie wir es uns vorgestellt haben", loben beide. Gudrun Beyser schätzt die Lage "mitten in der Natur". Aus dem Haus raus zum Jogging oder Nordic-Walking, das liebe sie.

Strategisch gut

Den an der Bundesstraße 22 geplanten Lebensmittelmarkt sehen beide als Verbesserung, wollen aber weiterhin dem Dorfladen "Ums Eck" treu bleiben. Ein eigener Grüngutcontainer für die neue Siedlung wäre die Anregung der Beysers.

Noch wohnen Michael und Nadine Zweers in Weiden. Im November werden auch sie Irchenriether. Der Bundeswehroffizier in Amberg und die in Weiden arbeitende Dentalhygienikerin freuen sich darauf, mit ihren beiden Söhnen in Irchenrieth Wurzeln zu schlagen. Die Familien will bleiben, auch wenn Vater Zweers versetzt werden sollte.

Der Entschluss für Irchenrieth war für den Berufssoldaten durchaus ein strategischer. "Irchenrieth war von der Infrastruktur her am attraktivsten", begründet er seine Entscheidung. Familie und Beruf ließen sich hier am besten vereinbaren. Kindergarten, Grundschule, weiterführende Schulen und selbst Studienmöglichkeiten seien in Weiden oder in 100 Kilometer Umgebung zu erreichen.

Die gute Anbindung an das Verkehrsnetz, schnelles Internet und eine sinnvolle Kommunalpolitik sind weitere Pluspunkte, die die Gemeinde bei der Familie gesammelt hat. Das i-Tüpfelchen wäre für beide ein Kindergarten mit durchgehender Betreuung. Blickpunkt
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