Cognac hält jung

Zum Wohl, auf die nächsten 100 Jahre. Else Wegner trinkt mit Irchenrieths Bürgermeister Josef Hammer (links) und Vize-Landrat Albert Nickl auf die Gesundheit. Ausnahmsweise schon am Vormittag, denn normalerweise ist ein Weinbrand ihr Betthupferl. Bild: fz
Lokales
Irchenrieth
12.10.2014
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Was Else Wegner vor fünf Jahren sagte, klingt Bürgermeister Josef Hammer und NT-Mitarbeiter Ernst Frischholz heute noch in den Ohren: "Jeden Tag vor dem Zu-Bett-Gehen einen doppelten Cognac, und es geht euch gut." Am Sonntag feierte die robuste Dame 100. Geburtstag.

Auch dieses Jubiläum hatte sie angekündigt, als sie gerade mal ihren Fünfundneunzigsten begangen hatte. Zusammen mit Hammer, Frischholz und stellvertretendem Landrat Albert Nickl genoss sie nun den Cognac zum Hundertsten ausnahmsweise schon am Vormittag.

"Jetzt fängt mein Leben wieder bei eins an", ist Else Wenger immer für einen Scherz gut. dHammer hatte als Geschenk ein Glückwunschschreiben von Ministerpräsident Horst Seehofer dabei. "Zur Erinnerung an einen besonderen Tag" steht auf der Urkunde mit der Medaille Patrona Bavariae.

Vor fünf Jahren lief die Jubilarin noch wieselflink in der Wohnung herum. Jetzt ist sie auf den Rollstuhl angewiesen. Humor und Elan sind ihr trotzdem geblieben. Nur den Papagei, der sie vor fünf Jahren noch beim Fußballschauen durch seine Torschreie gestört hat, hat sie mittlerweile in Pflege gegeben. "Dafür füttert sie aber die Katzen von ganz Irchenrieth", erzählt die Tochter. In der Tat, auf der Terrasse sind auch am Sonntagvormittag zwei Miezen, die auf ihre Gönnerin warten.

Else Wegner plaudert munter, sodass Hammer und Nickl kaum zum Reden kommen. "Ach, schenk mir doch noch einen Cognac ein, ich kann ja nicht so trocken reden", bittet sie um Aufmerksamkeit.

Und sie erzählt, dass sie ein absoluter Technikfan sei. "In meinen 100 Jahren habe ich keinen einzigen Kuchen selber gebacken." Bis 92 ist sie allerdings Auto gefahren, einen schnellen Mercedes. Dafür lebt sie ihren Motorenfaible heute vor dem Fernseher aus, wenn Formel 1 läuft. Da kommt ihr kein Rennen aus. Ihr Liebling ist Sebastian Vettel.

Bereits zum 90. Geburtstag hatte sich die Irchenrietherin eine zweimotorige Maschine gechartert und ließ sich von Latsch aus nach Idar-Oberstein fliegen. Dort feierte sie mit Familie und Freunden. Am Abend ging es per Flugzeug wieder zurück nach Latsch. 650 Euro hat der Spaß gekostet.

Anfang 2000 war die betagte Dame von Idar-Oberstein nach Irchenrieth umgezogen. Eine der Töchter wohnt in Weiden und kümmert sich um die Mutter. Außerdem arbeitet ihr Sohn Fredy im Heilpädagogischen Zentrum. Jeden Tag besucht er die Mama. Fünf Kinder hatte sie ursprünglich, der Sohn und die beiden Töchter leben noch. Dazu kommen vier Enkel und vier Urenkel. Sie alle feierten mit ihrer Mama, Oma und Uroma den "Hunderter".

Zum Gratulieren waren auch Birgit Reil, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe im HPZ, sowie Irene Kassubek von der HPZ-Verwaltung gekommen. Wegner ist Mitglied in der HPZ-Lebenshilfe und war zudem Gründungsmitglied der Lebenshilfe in Idar-Oberstein.
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