Erfolgreicher Mittelständler

Birgit Reil. Bild: fz
Lokales
Irchenrieth
19.10.2015
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Bekommt die "Lebenshilfe", der Trägerverein des Heilpädagogischen Zentrums, bald eine Chefin? Bei der Mitgliederversammlung am Wochenende sprach einiges dafür.

Stellvertretende Vorstandsvorsitzende Birgit Reil vertrat den verhinderten Vorstand Josef Rupprecht. Es könnte ihre Feuertaufe gewesen sein, die sie hervorragend meisterte, denn Rupprecht will bei den nächsten Wahlen nicht mehr antreten.

Reil stellte zum Jubiläumsjahr gleich klar: "Wir sind nach 50 Jahren noch nicht am Ende." Es gelte nun, mit Bedacht zu wachsen, Vorhandenes zu erhalten und Neues zu schaffen. HPZ-Geschäftsführer Helmut Dörfler ordnet die Einrichtung als mittelständisches Unternehmen mit Konzernstruktur ein, in dem 700 Menschen arbeiten, die einen Jahresumsatz von 30 Millionen Euro erzielen. "Wir werden in der Gesellschaft akzeptiert. Das ist das Ergebnis daraus, dass wir konsequent sagen, was wir tun." Die alte Förderstätte wird im nächsten Jahr mit großem finanziellen Aufwand saniert, kündigte Dörfler an. 2017 soll das Kinderdorf (wir berichteten), in seiner Art das erste in der Oberpfalz, realisiert sein. Hierfür sind zwei Millionen Euro Eigenmittel nötig. Um die aufzubringen, soll in nächster Zeit eine große Spendenkampagne starten.

Stiftungsvermögen wächst

Johann Bock vom HPZ-Vorstand ging auf die Stiftung "Sonnenblume" ein. Das Stiftungsvermögen bleibt erhalten. Erträge und Spenden werden dem Stiftungszweck zugeführt. Die Aufsicht über die Stiftung hat die Regierung der Oberpfalz. Die Zahlen dazu lieferte Dörflers Stellvertreterin Brigitte Krause: Der Grundstock beträgt 258 000 Euro, auf dem Girokonto sind 186 000 Euro. 2014 wurden 62 000 Euro eingenommen und 25 000 Euro ausgegeben. Nach zehn Jahren hat die Stiftung beim Gesamtvermögen die Millionengrenze erstmals überschritten.

Krause betonte, dass die Stiftung beim Projekt "Kinderdorf" einsteigen wird. Bei jeder Mitgliederversammlung geben verschiedene Abteilungen Einblick in ihren Aufgabenbereich. Heuer waren es die Förderstätte, das Förderzentrum und die Werkstätten. Thomas Fritsch, der Leiter der Förderstätte, berichtete, dass bei ihm 86 erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung betreut werden, die nicht in den Werkstätten arbeiten können. 1982 wurde die Förderstätte als erste in Bayern eingerichtet. Die Menschen werden in zehn Gruppen mit je maximal neun Betreuten teilweise an ganz normale Tagesabläufe wie Waschen herangeführt.

Zahlreiche Kooperationen

Im Förderzentrum von Rektorin Petra Rothmund sind in der Schulvorbereitenden Einrichtung 21 Kinder und in der Förderschule mit Berufsschulstufe 139 Kinder und Jugendliche in 16 Klassen. Zudem hat die Förderstätte Kinder in den drei Partnerklassen an der Hans-Sauer-Schule in Rothenstadt und der Josef-Faltenbacher-Schule in Pirk. Daneben kooperiert sie mit Kindergärten und betreut einige Kinder an Regelschulen durch den mobilen Dienst.

Über das jüngste Projekt der Werkstätten informierte Leiter Josef Kastner. Es ist das Museumscafé in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Dort arbeiten zwölf Behinderte aus den Werkstätten mit großem Erfolg. Kastner stellte auch heraus, dass man sich verstärkt Dienstleistungen wie Maler-, Landschafts- und Gartenbaugruppe zuwenden wolle.
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