Gelebte Inklusion seit 50 Jahren

Fahnenparade bei Hagelschauer: Zum 50-jährigen Bestehen werden am Freitagvormittag an der Auffahrt zum HPZ die Jubiläumsfahnen von den Verantwortlichen aufgezogen. Bild:
Lokales
Irchenrieth
30.03.2015
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Vor einem halben Jahrhundert waren sich 14 Männer aus Weiden und Neustadt wohl nicht der Tragweite ihres Beschlusses bewusst, als sie einen Verein gründeten, um ihren behinderten Kindern besser helfen zu können. In den fünf Jahrzehnten hat der Verein eine Dimension erreicht, die sich niemand vorstellen konnte.

Aus der "Lebenshilfe" heraus entstand das Heilpädagogische Zentrum Irchenrieth (HPZ). Am Freitag läuteten die Verantwortlichen das Jubiläum mit einem Festakt an der Auffahrt des HPZ ein, in dem sie vier Fahnen hissten, die sichtbar an der Bundesstraße 22 das Jubiläum verkünden, das im Juli groß gefeiert wird.

Pionier Alfred Krause

Unter den Klängen der Bläsergruppe Grafenwöhr zogen Vorstandsvorsitzender Georg Rupprecht mit Vorstandsmitgliedern, HPZ-Geschäftsführer Helmut Dörfler, Irchenrieths Bürgermeister Josef Hammer und Pfarrer Alfons Forster begleitet von einem kräftigen Hagelschauer die Fahnen hoch. In der Feierstunde in den Räumen der Einrichtung erinnerte V Rupprecht an die 14 Männer, die sich vor 50 Jahren im Glötznerstüberl in Weiden sagten: Wir brauchen einen Verein für unsere behinderten Kinder.

Alfred Krause muss als Pionier bezeichnet werden. Ein Mensch mit klaren Zielen und Vorstellungen, großer Willenskraft, sagenhafter Aufopferung und Mut für Menschen, die Hilfe brauchen. So skizzierte Rupprecht den Gründer Krause. "Nachdem er viel zu früh 1990 verstarb, mussten wir sein Werk fortführen", betonte Rupprecht. "Es entwickelte sich ein mehrköpfiger Vorstand. Das Beste an allem war, dass sich die Gesellschaft für unsere betreuten Menschen geöffnet hat."

Dem HPZ viel zu verdanken

Irchenrieths Bürgermeister Hammer durfte die Anerkennung für den damaligen Bürgermeister Johann Rahm entgegen nehmen, der der Lebenshilfe eine Basis gegeben hat und so die rasante Entwicklung einleitete. Er betonte, dass Irchenrieth dem HPZ viel, wenn nicht gar alles zu verdanken hat. Die kleine Gemeinde wäre wohl 1978 der Gebietsreform zu Opfer gefallen, hätte es das HPZ nicht gegeben, war sich Hammer sicher. "Das HPZ bietet unseren Menschen gute Arbeitsplätze, und diese revanchieren sich dadurch, dass die Menschen aus dem HPZ immer im Ort bei allen Anlässen willkommen sind." Das sei gelebte Inklusion.

"Das damals kleine Dorf stand von Anfang an und steht auch heute noch voll hinter unserer Einrichtung und den Menschen mit Behinderung", lobte Rupprecht. Geschäftsführer Dörfler stellte heraus, dass man trotz allem nicht am Ende angelangt ist: "Es gilt Geschaffenes zu erhalten, Neues zu integrieren sowie behinderte Menschen näher an die Gesellschaft heranzubringen."
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