Improvisations-Show

Wer Lust hat, greift zum Instrument. Perfektion spielt keine Rolle bei der "Open Stage Winter Jam" in der "Stodlkneipe". Nur der Spaß an der Musik zählt. Bilder: miz (2)
Lokales
Irchenrieth
27.11.2015
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Wenn in der "Stodlkneipe Irchenrieth" Gäste im Rampenlicht stehen und gemeinsam musizieren, dann ist "Open Stage Winter Jam" angesagt. Aber aller Anfang ist schwer.

"Wer ist Musiker?" Einige Gäste im Wirtshaus melden sich. Aber wer will anfangen? Schnell macht sich Verlegenheit breit. Die Idee dahinter ist eigentlich ganz einfach: Wer Lust hat, fängt an zu spielen. Wem dann die Musik gefällt, kann spontan dazukommen, sich ein Instrument nehmen und einfach einsetzen.

Ohne Erwartungen

"Im Idealfall hört sich das am Ende an wie ein Lied", erklärt Wirt Michael Grundke. Letztendlich erklärt sich die Band "Lower Market" bereit, den Anfang zu machen. Nicht zum ersten mal sind sie mit dabei. Aber eine feste Formation, verstößt das nicht gegen die eigentliche Idee des Abends? Nicht unbedingt. "Wir fangen an, und das mischt sich dann." Und es ist ja auch noch früh: "Je später der Abend, desto interessanter wird es." Viele Gäste sind keine neuen Gesichter. Theresa ist schon zum zweiten Mal hier. "Der Summer Jam ist ausgefallen, weil die Anlage kaputt war", erinnert sie sich. Dann eben zum Winter Jam. "Der Wirt, die Kneipe, die Leute, das alles macht das aus." Auf der Bühne stand sie auch schon. Ob sie das heute wiederholt? Mal schauen. Beim Winter Jam ist jedes Alter vertreten. Warum sie hier sind? Von "keine Ahnung" über "wir hatten eben Bock" bis "wegen der Musik", es gab viele Antworten. Es sei eben "saulustig". "Man geht ohne Erwartungen hin und schaut was passiert", erklärt eine Zuhörerin.

Verzweifelte Suche

"Aber meistens sind zwei bis drei Bier nötig", wirft ein junger Mann ein. Der Einsatz von "Lower Market" neigt sich dem Ende entgegen. Noch hat sich kein Nachfolger gefunden. Grundke sucht verzweifelt nach neuen Musikern. Er kommt auf Theresa zu, die hätte doch das letzte mal schon mitgemacht. "Ich warte lieber noch auf meinen Gitarristen." Dabei hat Grundke neben dem Musik Jam noch anderes zu tun. Während viele Wirtshäuser sterben, ist er erfolgreich wie nie. Dabei sitzt er erst seit eineinhalb Jahren am Steuer. "Früher war das ja eine Baumschule", blickt der Wirt zurück. Dann wurde diese vor fünf Jahren zum Tierpark, ein Jahr später kam das Wirtshaus dazu.

Im Sommer machen Familien den Großteil der Gäste aus. Der Wirt ist bemüht, auch andere Gäste an sein Haus zu binden - und ist dabei ziemlich erfolgreich. "Darin liegt auch der Sinn, Wirtshauskultur und Stammtischkultur zu erhalten." Es sich nur auf den Stammkunden bequem machen - das ist nichts für Grundke. Der Wirt atmet auf. "Da hätt' ich fast zum Schwitzen angefangen." Einige Musiker haben sich bereiterklärt weiter zu machen. Erleichterung bei Theresa. "Noch mal gut gegangen."
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