Strompreis uninteressant

Lokales
Irchenrieth
23.01.2015
12
0

Weg vom Öl und keine Strompreis-Erhöhung mehr: Das Bayerische Wirtschaftsministerium fördert neue Wege zu mehr Energieeffizienz. Darunter fällt das Projekt der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden am Heilpädagogischen Zentrum (HPZ) in Irchenrieth.

"Wir haben ein strategisches Gesamtenergiekonzept erstellt, dabei aus einer Fülle von Möglichkeiten Struktur reingebracht und einen roten Faden gesponnen, an dem sich alles orientiert", stellte Professor Markus Brautsch vom Institut für Energietechnik (IFE) an der OTH fest.

Ausgelagertes Labor

Er übergab im HPZ mit Ingenieur Thorsten Meierhofer vom IFE den Abschlussbericht an Ingenieur Georg Funk vom Wirtschaftsministerium und Dr. Dieter Beikler vom Innovations- und Technologiezentrum Bayern. "Die vier Jahre Projektarbeit am HPZ waren für uns als Hochschule ein Stück ausgelagerte Laborfläche", merkte Brautsch an. Er und seine Kollegen wollen auch über den Förderzeitraum hinaus ein Auge auf das HPZ haben.

Ziel ihrer Arbeit war die Integration eines Blockheizkraftwerks mit Kondensationseinheit zur Brennwertnutzung in einem zentralen Wärmeverbund. Es wurden zwei mit Gas betriebene Blockheizkraftwerke mit jeweils 48 Kilowatt elektrischer Leistung errichtet. Das heißt, die Module produzieren so viel Strom und Wärme wie das HPZ verbraucht. In Spitzenzeiten wird zusätzlich Wärme vom nahegelegenen Hackschnitzelheizkraftwerk eines Irchenriether Landwirts bezogen. HPZ-Geschäftsführer Helmut Dörfler war beeindruckt. Diese Maßnahme sei eine Investition in die Zukunft der Einrichtung. "Durch immer neue Anbauten sei vorher alles ein Stückwerk gewesen. Jetzt hat alles eine klare Linie", war der HPZ-Chef zufrieden. Gas, um mit den Blockheizkraftwerken die Grundwärme und Eigenstromproduktion sicherzustellen, Hackschnitzel für die große Wärmemenge, das gefiel Dörfler. Damit ist die Einrichtung unabhängig vom Öl- und Strompreis.

Know-how weitergeben

Die Umsetzung des Projekts ist durch das Förderprogramm der Staatsregierung möglich geworden. Wie deren Vertreter Funk berichtete, liegt die Förderquote bei 25 Prozent. Bezuschusst werden aber nur innovative Projekte, die ein finanzielles Risiko bergen.

Zudem müssen vom erworbenen Know-how auch andere profitieren können. Im Fall des HPZ sind diese Aspekte erfüllt worden. "Die Katholische Jugendfürsorge ist auf uns aufmerksam geworden und will an vier Standorten in Bayern in ihren Häusern unsere Technik übernehmen", erzählte Brautsch stolz.
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2015 (7957)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.