Gefahr aus dem Gleitsbach
Dr. Markus Hummel fürchtet Hochwassergefahr

Rechts vom beschaulichen Gleitsbach liegt das Grundstück von Dr. Markus Hummel, der befürchtet, dass das Gewässer über die Ufer tritt, wenn daneben Feuerwehr und Bauhof entstehen sollen. Bild: fz
Politik
Irchenrieth
02.02.2016
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"Hoffentlich steht uns dann das Wasser nicht bis zum Hals", sagt Dr. Markus Hummel süffisant. Der Arzt, der in der Landrat-Kreuzer-Straße wohnt, meint damit die Situation, die sich seiner Überzeugung nach bei Hochwasser für ihn und einige Anwohner ergibt, wenn die Gemeinde das Feuerwehrhaus im Gleitsbachtal baut.

Heute Abend steht dieses Vorhaben auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Am neuen Gerätehaus sind ferner drei Stellplätze sowie zwei Bauhofhallen vorgesehen. Hummel ist etwas verwundert, weil genau derselbe Punkt am 6. Oktober auf der Tagesordnung stand und der Bauantrag einstimmig verabschiedet wurde.

Stefan Ram hatte aber damals auf große Bedenken der Anwohner hingewiesen, die Bürgermeister Josef Hammer nicht teilte, weil es sich bei dem Areal um kein Hochwassergebiet handelt. "Es hieß, im Januar könnte die Vergabe sein, und nun steht stattdessen der gleiche Antrag nochmals auf der Tagesordnung", wundert sich Hummel. "Da muss doch etwas passiert sein." Der Mediziner vermutet, dass es in Richtung Hochwasserschutz geht, oder auch um die Stromleitung, die das Gleitsbachtal durchzieht.

Bei Schneeschmelze im Frühjahr ist das Tal zur Straße nach Enzenrieth immer mal überschwemmt, weil der begradigte Gleitsbach zu viel Wasser führt. "Brutal war es bei Starkregen im Juni 2013, als das ganze Tal nebst unserem Grundstück knapp einen Meter unter Wasser stand und wir die Fäkalien von Bechtsrieth im Garten hatten", erinnert sich Hummel mit Grauen.

Juristische Verstärkung


Die Gefahr werde für ihn noch größer, weil der beabsichtigte Bau 3000 Quadratmeter Geländeaufschüttung mit sich bringe. "Der Gleitsbach kann sich dann nicht mehr in die Wiese entfalten, sondern in unsere Grundstücke." Hummel zitiert den Flächennutzungsplan der Gemeinde von 1996. Darin sei von "Freihaltung des Gleitsbachtals von Bebauung" die Rede. In einem weiteren Punkt stehe, dass nach Angabe der Naturschutzverbände eine Renaturierung sowie eine Struktursicherung sinnvoll seien. "Davon sind wir weit entfernt", konstatiert der Anlieger. Er hat auch den Naturschutzverband VLAP hinzugezogen, der ein Verbandsklagerecht hat. Er selbst und die anderen Anwohner wollen noch nicht klagen, aber sie lassen sich derzeit anwaltlich beraten.

Was Hummel und seine Mitstreiter weiter irritiert, ist die Tatsache, dass sie als Anlieger den Bauplan nicht zur Unterschrift vorgelegt bekommen. Den ersten durften sie auf der Verwaltungsgemeinschaft einsehen.

Hummel wirft dem Bürgermeister auch nichts vor, weil er sicher rechtmäßig handle, wenn er die Anlieger nicht unterschreiben lassen müsse, was schon bei einer Holzlege sonst üblich sei. "Aber im Falle einer Beeinträchtigung durch Hochwasser sollten die Nachbarn einbezogen werden, und darauf haben wir als Anlieger die Gemeinde hingewiesen." Hummel schlägt stattdessen vor, den Feuerwehrhausbau näher ans Sportheim zu rücken.
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