Keine Wachteln und Rebhühner entdeckt
Baugebiet kommt trotzdem

Gleich vier Betriebe haben laut Bürgermeister Josef Hammer Interesse, sich gleich neben dem Norma-Markt an der B 22 anzusiedeln. Bild: fz
Politik
Irchenrieth
03.08.2016
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Einen Monat lang haben Rebhühner und Wachteln die Erschließung des neuen Baugebietes mit 34 Parzellen, von denen schon 29 reserviert sind, aufgehalten. Bürgermeister Josef Hammer sieht nun grünes Licht und plant bereits einen weiteren Coup.

In der Gemeinderatssitzung am 20. Juni hatte Hammer die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung des Bebauungsplans für das Baugebiet "Irchenrieth Süd-West II" ausgesetzt. Grund dafür war, dass die Untere Naturschutzbehörde ihre Zusage zurückgezogen hatte, weil Jagdpächter Dr. Markus Hummel gemeldet hatte, dass er auf dem Areal geschützte Arten wie Rebhühner und Wachteln leben.

Die Naturschutzbehörde forderte ein Gutachten. Die Gemeinde beauftragte einen Biologen. Einen Monat lang war der Experte zu verschiedenen Tag- und Nachtzeiten im Planungsgebiet und im Umfeld unterwegs. Hammer stellte seinen 29-seitigen Bericht vor. Fazit des Biologen. Im Planungsgebiet "Irchenrieth Süd-West II" und im Umfeld gibt es keine Rebhühner und Wachteln. Sie kommen dagegen in der weiteren Umgebung vor, beim Tierpark Gleitsbachtal, bei der Gleitsmühle sowie bei Enzenrieth und Engleshof.

"Wir können also fortfahren wie geplant", sagte Hammer. Der eine Monat Verzögerung habe der Gemeinde einiges Geld gekostet. Er habe viele Anrufe und E-Mails von empörten Bauplatzwerbern erhalten. "Die wurden verunsichert und haben das nicht verstanden", erklärte der Rathauschef. Rund 50 Anregungen und Einwendungen von Trägern öffentlicher Belange arbeitete der Bürgermeister mit den Gemeinderäten ab. Von Bürgern gab es keine Vorbehalte. Der Billigungs- und Auslegungsbeschluss für Flächennutzungsplan und Bebauungsplan fielen einstimmig.

Weiter ging es mit der ersten Änderung des Bebauungsplanes "Wiesenstraße". Hier gilt es, die Situation des Nahversorgungs-Zentrums in den Plan einzuarbeiten und zusätzliche Flächen entlang der Bundesstraße als Gewerbeflächen auszuweisen. Der Grund: Gleich vier Betriebe wollen sich dort ansiedeln. Über drei wollte Hammer noch nichts verraten, der vierte ist ein Bekleidungsgeschäft mit einer Gebäudelänge von 35 Metern.
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