Baugebiet liegt auf Eis
Jagdpächter schreibt wegen Wachteln und Rebhühnern Landratsamt

Im Baugebiet "Irchenrieth Süd-West" (oben) wird rege gebaut. Von den 47 Parzellen soll der letzte Bauplatz heuer verkauft sein. Auf dem Maisfeld (vorne) soll "Süd-West II" mit 34 Bauplätzen anschließen. Bild: fz
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Irchenrieth
22.06.2016
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Überraschung im Gemeinderat: Bürgermeister Josef Hammer nimmt die Behandlung des Bebauungsplanes "Süd-West II" von der Tagesordnung. Von den 34 Parzellen sind schon 24 reserviert. In einem Jahr wollen die Häuslebauer loslegen. Rebhühner und Wachteln könnten nun einen Strich durch die Rechnung machen.

In der Mai-Sitzung hatte der Gemeinderat einstimmig die Beschlüsse zur Aufstellung des Bebauungsplanes "Irchenrieth Süd-West II" gefasst. Die 34 Parzellen schließen sich unmittelbar an das Baugebiet "Irchenrieth Süd-West" an. Dieses umfasst 47 Bauplätze, die bis Ende 2016 alle verkauft sein werden.

Weil Irchenrieth weiteres Bauland braucht, wurde die Änderung des Flächennutzungsplanes eingeleitet und der Bebauungsplan für das neue Baugebiet aufgestellt. Nach der öffentlichen Auslegung standen nun die Anregungen der Träger öffentlicher Belange auf der Tagesordnung. Danach sollte der Aufstellungs- und Billigungsbeschluss gefasst werden. Danach bestünde Baurecht.

Nur ein Einwand


Doch diese Pläne sind nun in Frage gestellt. Den Grund dafür verkündete der Gemeindechef am Montag in der Sitzung. Wir haben sowohl für den Flächennutzungsplan (Änderung) als auch für den neuen Bebauungsplan rundum positive Stellungnahmen, beginnend bei der Regierung der Oberpfalz bis ganz nach unten. Einwände von Bürgern wurden nicht vorgebracht. Dann kam Hammer aber auf den Punkt, als er berichtete, dass am 9. Juni eine E-Mail beim Landratsamt eingegangen sei. Absender sei Dr. Markus Hummel. Der Irchenriether Arzt sei zugleich Jagdpächter. Er teilte der Behörde mit, dass er auf dem betreffenden Areal im Maisfeld Rebhühner und Wachteln gesehen habe. Die seien geschützt.

Daraufhin stellte die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt seine Zusage zurück. "Wir müssen nun den Beweis erbringen, dass weder Rebhühner noch Wachteln da sind, und wenn ja, dann müssten wir eine Umsetzung einleiten." Er, so Hammer, könne sich das nicht vorstellen. Auf dem ganzen Gebiet gebe es keine Hecken, nur offenes Land.

Gemeinde muss zahlen


Die Gemeinde beauftragt nun einen Biologen mit einer "speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung". "Wer muss das zahlen", fragte Armin Grohmann. Die Gemeinde, antwortete Hammer. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Zeitplan "Bauen ab August 2017" eingehalten werden kann.
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