Bürger beantragen Landschaftsplan
Problemzonen im Blick

Ein idyllisches Tal sieht anders aus: Nahe der Bundesstraße 22 bei der Hochspannungsleitung steht die Bebauung am Rand in der Diskussion. Macht das geplante Feuerwehrhaus das Kraut noch fett? Bild: fz
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Irchenrieth
24.03.2016
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Seit 1996 gibt es den Flächennutzungsplan der Gemeinde Irchenrieth. Auch heute noch gilt er. Allerdings wurde kein Landschaftsplan erstellt. Braucht es einen solchen überhaupt? Nach 20 Jahren fordern den vier Bürger per Antrag.

Der Antrag von Dr. Markus Hummel, Torsten Weitzel, Hermann Weigl und Winfried Kick geht in die Richtung Neubau Feuerwehrhaus, wie aus den Zeilen herauszulesen ist. Der stand schon in der Bürgerversammlung und Gemeinderatssitzung zur Diskussion.

Die Gemeinde hat an der Enzenriether Straße, anschließend nach dem Gleitsbach, den Bau des neuen Feuerwehrhauses einstimmig beschlossen. Die Pläne liegen derzeit bei der Genehmigungsbehörde. Hummel hatte vorab moniert. Der Mediziner, zugleich Anlieger, gibt den Rückstau bei Hochwasser durch das geplante Feuerwehrhaus zu bedenken.

Kaum zu vereinen


Nun stellten die vier Anlieger des Gleitsbachtals den Antrag, einen Landschaftsplan zu erstellen. Sie berufen sich dabei auf den Flächennutzungsplan. Aus dem ist nachzulesen, dass aus naturschutzfachlicher Sicht die Aufstellung eines Landschaftsplanes gefordert werde. In diesem sollten Problembereiche, wie auch das Gleitsbachtal, soweit wie möglich beachtet werden. Es heißt aber auch, dass die Aufstellung dieses Planes zu einem anderen Zeitpunkt erfolgen könnte.

Die Antragsteller meinen, dass sich durch den Bau des Feuerwehrhauses mit Bauhoferweiterung die Landschaftsplanung sowie der -schutz schwer in Einklang bringen lassen. Der Vorschlag: Vom Bauvorhaben Abstand nehmen und einen Landschaftsplan in Auftrag zu geben.

Bürgermeister Josef Hammer bezog dazu klare Kante. Inzwischen seien 20 Jahre vergangen. Warum der Plan nicht früher aufgestellt worden war, müsste man seinen Vorgänger fragen. "Ich war damals nicht dabei", so Hammer. Seit er Bürgermeister ist, habe er für jeden auf dem Flächennutzungsplan fußenden Bebauungsplan einen Grünordnungsplan aufgestellt. "Damit habe ich bisher Erfolg gehabt."

Hammer fühlte sich durch die Stellungnahme des Landratsamtes bestätigt, das einen Anspruch der Antragsteller auf einen Landschaftsplan verneint. Er weigerte sich zudem, private Flächen mit einem Grünordnungsplan zu überplanen. "Damit wären die Grundeigner nicht einverstanden." Hammer wehrte sich vehement gegen die Unterstellung, dass er schon gegen den Flächennutzungsplan verstoßen habe.

Werner Härtl stellte fest, dass sich der Gemeinderat einstimmig für diesen Standort entschieden hatte, Armin Grohmann brachte zudem die hohen Kosten für diesen Landschaftsplan ins Spiel. Nach den Worten von Wolfgang Schieder liefe der ins Leere, wenn von Fall zu Fall die Möglichkeit bestehe, die Bauleitplanung anzupassen und sich nicht auf Jahrzehnte zu knebeln. Einstimmig lehnten die Räte das Gesuch der Antragsteller ab.
Ich war damals nicht dabei.Bürgermeister Josef Hammer
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