Bürgerversammlung in Irchenrieth
Volles Karacho

Vermischtes
Irchenrieth
27.02.2016
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Vor dem eigenen Haus langsam und dann drauf aufs Gas. In Irchenrieth scheint alles gut zu ticken, bis auf die Autofahrer: Viele Beschwerden und heiße Diskussionen gab es deswegen in der Bürgerversammlung.

Die Gemeinde gibt ein positives Bild ab. Bis auf das zu schnelle Fahren. Statistiken sowie neue Zahlen und Daten legte Bürgermeister Josef Hammer bei der Bürgerversammlung den 45 Bürgern im Rathaussaal vor, ehe diese das Wort hatten. Alexander Erl fragte, ob ein Gehweg zur Norma angedacht sei. "Der kommt vom Spielplatz bis zum Einkaufsmarkt", sagte Hammer.

Markus Hemmer kritisierte den Gemeinderat. Dessen Entscheidung für "Tempo 30" in den Siedlungen ist für die Anwohner nicht nachvollziehbar. "Die verkehrsberuhigte Zone hat ein Jahr gut geklappt und die Bürger waren zufrieden, bevor sie der Gemeinderat kippte." "Es war eine Mehrheitsentscheidung", sagte Hammer. Es hatten alle Anwohner für Schrittgeschwindigkeit unterschrieben, dann könnten sie sich doch einfach daran halten.

Bis auf einige Straßen sei gar keine höhere Geschwindigkeit verantwortbar. Erl, Anwohner in der Hochstraße, bestätigte, dass es Anwohner sind, die rasen, aber auf der Liste unterschrieben hätten. "Schild hin oder her, das ändert an der Lage nichts."

Günther Wolfrum sprach die Landrat-Chr.-Kreuzer-Straße an. Dort gilt als Höchstgeschwindigkeit 50 Kilometer pro Stunde. In der Einfahrtsstraße von der Bundesstraße her wird 80 Kilometer pro Stunde und schneller gefahren. "Warum nicht hier Tempo 30?", fragte Wolfrum. Das regte Dr. Markus Hummel auch für den Bereich des Kindergartens an. "Das Problem ist, dass dann rechts vor links gilt und man kann sich vorstellen, wie es ist, wenn die kleinen Seitenstraßen Vorfahrt haben." Außerdem wird der Kindergarteneingang, wie schon der Krippeneingang, zur Enzenriether Straße verlegt. "Dann ist das Problem weg."

Mit "Hurra" in Altort


Wolfgang Würth klagte die Siedler an, von denen manche vor seinem Haus noch langsam fahren, dann aber mit "Hurra" in den Altort hinein- und durchpreschen. "Es gibt kein Allheilmittel, nur die Vernunft", merkte Hammer an. Hummel und seine Frau Angelika sprachen den Containerplatz beim Bauhof an. Für sie als Anlieger sei es unerträglich, wenn mitten in der Nacht und sonntags die Flaschen eines Festes oder einer Party entsorgt werden. Beide kamen zudem auf das geplante Feuerwehrhaus zu sprechen. Man könne bei der Planung nicht nachvollziehen, warum die beiden Bauhofhallen nicht an den alten Bauhof angebaut wurden. "Stattdessen entsteht ein Riesenkomplex und der Standort ist nicht gut für ein Feuerwehrhaus." Da hätte man den ganzen Containerstandort aufgeben und anderswo errichten müssen. "Das ist nicht gut, wenn dieser vom Bauhof weg ist", antwortete Hammer.

Zu weiteren Einwänden als Folgen eines Jahrhunderthochwassers mit Überschwemmung der Parkplätze beim Feuerwehrhaus verwies Hammer auf das Gutachten, das Anderes aussagt. Hummels Verweis auf den Flächennutzungsplan, dass das Gleitsbachtal von Bebauung freigehalten werden soll, brachte den Bürgermeister in Rage. Der 20 Jahre alte Flächennutzungsplan sei nach dem Baugesetz ein vorbereitendes Bauleitverfahren und sonst nichts.

Hammer mit Nachfrage


"Und nun frage ich Sie, Herr Dr. Hummel, wo haben sie den Flächennutzungsplan eingesehen oder her? Bei der Verwaltung haben sie diesen nicht eingesehen. Ich bin dafür da, auf Fragen zu antworten, das gehört sich so, aber jetzt hätte ich gerne eine Antwort", sagte der Bürgermeister. Die bekam er aber nicht. Er beendete die Diskussion mit dem Einwand, dass überhaupt nicht über das geredet wird, um was es in Wirklichkeit geht, und forderte mehr Sachlichkeit.

Irchenrieth mit "Pro-Kopf-Guthaben"Neue Zahlen und Fakten legte Bürgermeister Josef Hammer in der Bürgerversammlung vor, die das Bild der intakten und weiter aufwärts strebenden Gemeinde untermauerten. Ganz vorne stehtda die Finanz- und Einwohnerentwicklung, sprich Bautätigkeit. Die Einwohnerzahl stieg um 40 auf 1373 Einwohner. Die Gemeinde hat wegen langfristiger Darlehen noch 277 197 Euro Schulden. Dem steht ein Barvermögen von 850 582 Euro gegenüber. 34 Bauplätze wurden letztes Jahr verkauft und die Gemeinde hat nur mehr 14 Parzellen. Bauplatzverkauf bringt Grundsteuer und die stieg auf 71 773 Euro. Ein Rekordergebnis erreichte man bei der Gewerbesteuer mit 227 031 Euro. Den Kindergarten besuchen 45 Kinder. Als Schulumlage fallen für die 36 Kinder in der Grundschule Bechtsrieth 46 006 Euro und für die vier Kinder an der Mittelschule Pirk 13 789 Euro an. Beim Ausblick für 2016 führte Hammer den Ankauf eines Bauhoffahrzeuges, den Beginn des Neubaus Feuerwehrhaus/Bauhofhallen und die Neubeschaffung eines Feuerwehrautos an. (fz)
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