Einer noch besseren Offenen Behindertenarbeit steht die 50000er-Regelung im Weg
Teilhabe und Inklussion gibt es nicht zum Nulltarif

Das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung weiter zu forcieren, ist das Ziel von Alexander Grundler, Helmut Sturm, Manuela Schröml, Martina Gründer, Johanna Meier und Helmut Dörfler (von rechts) im Arbeitskreis Offene Behindertenarbeit. Bild: fz
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Irchenrieth
19.08.2016
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(fz) Es geschieht viel in Sachen Teilhabe und Inklusion. Die Offenen Hilfen am Heilpädagogischen Zentrum (HPZ) Irchenrieth und der Allgemeine Rettungsverband (ARV) in Weiden sind bestens aufgestellt. Aber sie könnten noch viel mehr machen, würde der Staat die 50 000er-Regelung kappen. Alljährlich zieht der Arbeitskreis Offene Behindertenarbeit (AKOBA) Bilanz und spricht Dinge an, die verbesserungswürdig sind. Zum Gremium gehören die Offenen Hilfen (OH) am HPZ, vertreten durch Leiterin Martina Grüner, der ARV mit Helmut Sturm und Manuela Schröml, sowie die Behindertenbeauftragten des Landkreises Neustadt Johanna Meier und der Stadt Weiden Alexander Grundler. Mit dabei ist auch HPZ-Geschäftsführer Helmut Dörfler.

Das Miteinander verstärken, das funktioniert schon hervorragend. Dahinter steckt der Grundgedanke, denn Menschen schnellstmöglich zum für sie besten Ergebnis zu verhelfen. Man sei auf einem guten Weg, sagen alle Beteiligten. "Das Angebot, das die OH am HPZ und der ARV bieten, schafft Nachfrage, und das bedeutet im Endeffekt Lebensqualität", stellt HPZ-Geschäftsführer Dörfler fest. Beide, sowohl die OH als der ARV, schaffen das. Wenn man aber von Teilhabe spricht, dann muss man denen, die sich in der offenen Behindertenarbeit engagieren, auch Rahmenbedingungen geben. Die Regelung "eine Planstelle für 50 000 Einwohner in einer Region" bedeutet, dass für den Landkreis und Weiden gerademal 2,82 Planstellen gefördert werden. Diese teilen sich das HPZ mit 1,82 Planstellen und der ARV mit einer Stelle.

"Die Beratungsarbeit hat sich vertieft", weiß Grüner. "Aber auch der Inklusionsanteil für Menschen mit und ohne Behinderung", bestätigt Meier vom Landratsamt. Inklusion könne es nicht zum Nulltarif geben. Darum gelte es, über eine Anpassung der Bemessungszahl zu sprechen, fügt Grundler von der Stadt Weiden hinzu. Wären da nicht die ehrenamtlichen Mitarbeiter, wäre tote Hose. Die OH am HPZ hätten 70 und der ARV 17. Während in vielen Bereichen die ehrenamtlichen Helfer auf dem Rückzug seien, sei die Tendenz in der Behindertenarbeit steigend.

Dunkelcafé und SonneninselMartina Grüner von den Offenen Hilfen (OH) am HPZ listet 511 Nutzer ihres Angebots auf. Darunter sind 154 Menschen mit Behinderung und 224 Angehörige. Das ergibt insgesamt 7329 Stunden bei 20 Maßnahmen.

Diese sind breitgefächert wie etwa Dunkelcafé im Jugendzentrum, Rolli-Parcours, Yoga, Ausflüge wie eine dreitägige Fahrt nach Dresden, Discobesuche oder Veranstaltungen mit der KLJB Wurz, um nur einige zu nennen. Eine große Aktion war der inklusive Nachmittag mit dem ARV und dem Stadtjugendring zusammen. Die 70 ehrenamtlichen Mitarbeiter absolvierten 275 Stunden Fortbildung.

Beim ARV in Weiden ist das Aushängeschild der offene Treff "Sonneninsel". Daraus kristallisieren sich viele Aktionen heraus. Bowling, Malkurse, Ausflüge, Erste-Hilfe-Training oder die öffentlichen Aktion "Gesicht zeigen". 326 Teilnehmerstunden sind registriert. Allein 102 Beratungsgespräche leistet der ARV im Jahr. Sturm erinnert an 192 Nutzer der ARV-Angebote, davon 99 mit Behinderung. 17 ehrenamtliche Mitarbeiter sind tätig. (fz)
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