Heilpädagogisches Zentrum Irchenrieth hat Vorstandsvorsitzende
Nach 18 Jahren als Vorstandsvorsitzender gibt Josef Rupprecht das verantwortungsvolle Amt ab.

Eine Bank für den Ruhestand erhielten Gerda und Josef Rupprecht (vorne, von links). Neue Vorstandsvorsitzende ist Birgit Reil (vorne, rechts) aus Weiden. Bild: fz
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Irchenrieth
12.09.2016
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Josef Rupprecht

Am Heilpädagogischen Zentrum Irchenrieth (HPZ) geht eine Ära zu Ende. Erstmals nach 51 Jahren steht eine Frau an der Spitze der größten Einrichtung für Menschen mit Behinderung in der Oberpfalz.

(fz) Der Einsatz für Menschen, die Hilfe brauchen, stand für Josef Rupprecht über vier Jahrzehnte in verantwortlicher Position am HPZ ganz oben. Seit 1998 war er Vorstandsvorsitzender. Zu seinem 70. Geburtstag vor einigen Tagen hatte er erklärt, dass er für das Amt nicht mehr kandidieren werde (wir berichteten).

Über 1000 Behinderte


In seiner Abschiedsansprache am Freitag in der Mitgliederversammlung zeichnete Rupprecht nochmals ein Bild von einer Einrichtung, die ganz im Dienste für Menschen steht, die Hilfe brauchen. Er dankte den vielen Weggefährten, die ihn in seiner Arbeit unterstützt haben.

Der Eschenbacher übergibt ein gut bestelltes Feld, zeigte HPZ-Geschäftsführer Helmut Dörfler auf. "Wir sind ein mittelständisches Dienstleistungsunternehmen mit Konzernstruktur, weil wir zwei GmbHs haben. Wir betreuen mit über 600 Angestellten mehr als 1000 Menschen." Das HPZ habe eine solide Basis mit moderatem Wachstum und schwarzen Zahlen 2015, stellte Dörfler zufrieden fest. " Wir sind gesund, haben gute Mitarbeiter und stehen vor einer guten Zukunft", zeigte er sich überzeugt. Die neue Förderstätte und das Kinderdorf würden kommen, und um Wohnraum im Wohnheim zu schaffen, würden Wohngruppen nach Weiden ausgelagert. "Ich hoffe, dass die, die dazu A gesagt haben, auch B sagen, wenn es um die Kohle geht", appellierte der Geschäftsführer an die Politik. Dörfler dankte Rupprecht, dass der Vorstandsvorsitzende ihm als Geschäftsführer immer den nötigen Raum gegeben habe.

"Sonnenblume" gedeiht


Die Geschäftsführerin der Stiftung "Sonnenblume", Brigitte Krause, berichtete, dass diese "wächst und gedeiht". Die Stiftung verfüge über einen Grundstock von 260 000 Euro, besitze Bargeld von 222 000 Euro und mit Immobilien ein Vermögen von einer Million Euro. "Dieses und nächstes Jahr konzentrieren wir uns darauf, dass wir mit größeren Summen in die Projekte Förderstätte und Kinderhaus einsteigen", erklärte Krause.

Bei der Neuwahl wurde die bisherige Stellvertreterin Birgit Reil aus Weiden als neue Vorstandsvorsitzende vorgeschlagen und mit einem überwältigenden Vertrauensbeweis mit 75 von 79 Stimmen gewählt. "Ich habe lange überlegt, ob ich in die Fußstapfen von Rupprecht treten kann. Aber ich tue das mit der Sicherheit, dass ich eine engagierte Vorstandschaft hinter mir habe", hob Reil hervor, als sie das Amt annahm. Reils Stellvertreter ist Johann Bock. Die drei Vorstandsmitglieder sind Daisy Brenner, Dieter Wettinger und Max Hohlrüther (neu).

Bei Rupprechts Abschiedsworten stand der gesamte Saal auf und applaudierte minutenlang.

Sauer auf das Bayerische FernsehenIn der Mitgliederversammlung wetterte HPZ-Geschäftsführer Helmut Dörfler heftig gegen einen Beitrag des Bayerischen Fernsehens. Der Sender berichtete, dass behinderte Menschen im HPZ weggesperrt würden.

Die einzige Frage des Redakteurs an ihn lautete: "Sperren Sie auch mal eine Tür zu?". "Natürlich", habe Dörfler geantwortet. Mehr sei nicht hinterfragt worden. "Wir haben Wohngruppen für Kinder mit Weglauf-Tendenz. Hier sperren wir zu, weil wir diese nicht dauernd im Wald suchen wollen. Wir haben auch Menschen mit dem geistigen Alter eines Dreijährigen. Wer lässt seinem Kind die Haustür offen?", fragte Dörfler. Eine 1:1-Betreuung sei Utopie. Das wären fünf Leute für einen Behinderten.

" Wir können mit Stolz und Recht sagen, dass wir den Menschen so viele Chancen geben, wie es geht. Aber es gibt auch Grenzen", stellte Dörfler fest. (fz)
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